Weniger Steuern zahlen – nur wie?

Viele Unternehmen und Selbstständige, aber auch Arbeitnehmer beschäftigt eine Frage, wenn die Steuererklärung näher rückt: Wie kann ich meine Steuerlast senken? Wir zeigen Ihnen, wie Sie weniger Steuern zahlen und Ihre Finanzen einfach und sicher mit Qonto verwalten.

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Bereits ab einem jährlichen Einkommen von 9.409 Euro gilt für Ledige im Jahr 2020 die Einkommensteuerpflicht (ab 18.818 Euro bei Paaren). Das Einkommen wird dabei mit 14 Prozent besteuert, wobei dieser Satz bis 42 Prozent ansteigen kann – was fast der Hälfte des Einkommens entspricht. Doch es gibt Möglichkeiten, das steuerpflichtige Einkommen zu reduzieren. 

In vielen Bereichen schlummert Sparpotenzial 

Viele Steuertipps sprechen vor allem Selbstständige mit ihren Unternehmen verschiedener Rechtsformen an (ob Einzelunternehmer, GmbH oder GbR). Aber auch viele andere Steuerzahler haben die Möglichkeit, ihre Steuerlast durch anerkannte Ausgaben zu mindern. Das gilt insbesondere für Personen, die Einkünfte aus folgenden Quellen beziehen: 

  • nichtselbstständige Arbeit,
  • Kapitalvermögen,
  • Vermietung sowie Verpachtung oder
  • Land- oder Forstwirtschaft,
  • andere Einnahmen (Beispiel: private Rentenbezüge)

Steuermindernd: Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben

Wer als Angestellter im Unternehmen arbeitet, darf sämtliche Kosten geltend machen, die zur Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit nötig sind. Darunter fallen zum Beispiel Fahrtkosten oder Fortbildungskosten. Analog dazu können Selbstständige und Unternehmen eine ganze Reihe von Betriebsausgaben steuerlich geltend machen: 

• Bürobedarf 

• Werbekosten

• Reisekosten

• Arbeitsmittel

• Bewirtung

• Firmenwagen

Absetzen lassen sich zum Beispiel auch Kosten für einen Steuerberater oder die Zinsen für eine Schuldentilgung (etwa im Fall eines Kontokorrentkredits). Auch die beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen gezahlte Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht und im Zuge der Umsatzsteuervoranmeldung zurückgefordert werden.

Sonderausgaben geltend machen

Auch bei diesem Thema können Sie von steuerlichen Vorteilen profitieren. Sonderausgaben können Sie gewissermaßen als Sammelposten in der Steuererklärung angeben: Hier werden diverse Ausgaben, die im Rahmen der privaten Lebensführung anfallen und weder zu Betriebsausgaben noch Werbungskosten zählen, geltend gemacht. Dazu zählen insbesondere Vorsorgeaufwendungen: Ihre Beiträge zur Kranken- oder Pflegeversicherung, Beiträge für die Rentenversicherung oder spezielle Formen der privaten Altersvorsorge (etwa Rente mit Kapitalverzicht), die Beiträge für für die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung und dazu weitere Versicherungen wie eine Haftpflicht- oder Unfallversicherung. Außerdem zählt die Kirchensteuer zur den abzugsfähigen Sonderausgaben.

Außergewöhnliche Belastungen

Bestimmte private Ausgaben, die nachweislich unumgänglich waren, können Sie steuerlich absetzen. Zum Katalog der außerordentlichen Belastungen zählen unter anderem Unterhaltszahlungen oder Geldbeträge, die für Behandlungskosten im Fall einer schweren Erkrankung ausgegeben wurden. Auch wenn Pflegekosten für ein Elterteil oder beide Elternteile aufgebracht werden mussten, können diese bei den Steuern geltend gemacht werden. Im Fall von auswärts wohnenden Kindern, die sich in der Ausbildung befinden, oder Kindern mit Behinderung gibt es jeweils Freibeträge. Allerdings existiert grundsätzlich kein Anspruch auf Anerkennung einer außergewöhnlichen Belastung. Das Finanzamt schätzt jeden Fall individuell ein und bezieht bei der Prüfung verschiedene Faktoren wie das Einkommen, den Familienstand und die Anzahl von Kindern mit ein. 

Tipp für Mieter

Mietobjekte und Immobilien müssen in regelmäßigen Abständen renoviert und saniert werden. Dafür müssen längst nicht immer die Vermieter aufkommen. Viele Kosten werden direkt vom Mieter bezahlt. Wenn Sie in dieser Situation sind, können Sie die Ausgaben bei der Einkommensteuer geltend machen und von steuerlichen Erleichterungen für 20 Prozent der Renovierungs- oder Sanierungskosten (maximal 1200 Euro) profitieren. Allerdings sind nur Handwerkerkosten, und nicht die Kosten für Material abzugsfähig.

Tipp für Eltern

Auch beim Thema Ausbildung der Kinder können steuerliche Vorteile genutzt werden – hier müssen viele Eltern tief in die Tasche greifen und suchen nach Möglichkeiten der finanziellen Entlastung. So gibt es zum Beispiel einen pauschalen Ausbildungsfreibetrag für volljährige Kinder in Berufs- oder Schulausbildung, auf die ein Anspruch auf Kinderfreibetrag oder -geld besteht. Prinzipiell gewährt der Fiskus Eltern bestimmte Freibeträge für die Ausbildung, Betreuung und Erziehung ihrer Kinder.

Steuersoftwares und Finanz-Apps

Sie schlagen sich ohne die Unterstützung eines Steuerberaters durch das Dickicht der Steuern? Verschaffen Sie sich besseren Überblick mithilfe von Steuerprogrammen – diese erleichtern Ihnen die Steuererklärung und liefern nützliche Tipps zur Steuersenkung, ob für Arbeitnehmer, Freiberufler oder Selbstständige. 

Unternehmen können sich die Verwaltung Ihrer steuerrelevanten Buchungen stark vereinfachen, indem Sie die Angebote digitaler Finanzdienstleister nutzen. So bietet Qonto ein Online-Geschäftskonto mit integrierten Tools für einfache Buchhaltung. Eine intuitive Benutzeroberfläche zeigt Ihnen alle Transaktionen samt Beleg und Mehrwertsteuer unlimitiert und in Echtzeit an. Alle Buchungen können Sie flexibel filtern und mit individuellen Tags versehen. Ihr/e Buchhalter/in erhält einen eigenen Lesezugriff zum Konto, sodass er/sie eigenständig Exporte erstellen oder fehlende Belege anfordern kann. 

Seien Sie pünktlich

Steuern senken ist gut – aber wichtig ist auch die fristgerechte Zahlung Ihrer Steuerschulden, da Sie sich andernfalls mit Säumniszuschlägen zusätzlich belasten. Am besten richten Sie dem Finanzamt eine Einzugsermächtigung für Ihr Konto ein. 

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Weniger Steuern zahlen dank Senkung der Mehrwertsteuer ab Juli 2020

Die Corona-Krise hat vielen Unternehmen in Deutschland heftig zugesetzt. Um die Wirtschaft anzukurbeln, hat die Politik ein umfassendes Konjunkturpaket für 2020 und 2021 auf den Weg gebracht. Eine erfreuliche Nachricht für Unternehmen und Verbraucher: Auf Beschluss der Bundesregierung wurde die Mehrwertsteuer ab dem 1. Juli und bis zum 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Der ermäßigte Satz wird von 7 auf 5 Prozent reduziert. 

Was bedeutet die Steuersenkung im Bereich Mehrwertsteuer konkret?

Unternehmen und Selbstständige können Ihren Kunden über den Zeitraum der Steuersenkung (6 Monate) geringere Bruttopreise für Waren und Dienstleistungen bieten. Ab Juli 2020 können Sie auf Ihren Rechnungen die neuen Sätze für die Mehrwertsteuer verzeichnen: 16 Prozent bzw. reduzierter Satz von 5 Prozent für viele Lebensmittel. Die Unternehmen profitieren ihrerseits von geringeren Bruttopreisen bei eigenen Einkäufen. 

Was ist eigentlich die Mehrwertsteuer?

Die Mehrwertsteuer, auch Umsatzsteuer genannt, ist eine indirekte Steuer, die im Verkaufspreis von Waren und Dienstleistungen inbegriffen ist. Unternehmen sammeln die Mehrwertsteuer im Auftrag der Regierung ein. Je nach Einnahmen wird die Steuer monatlich, vierteljährlich oder jährlich abgeführt. 

Für Sie stellt die Mehrwertsteuer weder eine Einnahme noch eine Ausgabe dar, und ist damit ein sogenannter „laufender Posten“. Sie hat also keinen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung Ihres Geschäfts.  

Wer unterliegt der Umsatzsteuerpflicht?

Die Umsatzsteuerpflicht betrifft alle Unternehmen in Deutschland. Diese müssen den geltenden Umsatzsteuersatz auf den Verkauf von Waren und Services berechnen (nach Steuersenkung 16 bzw. 5 Prozent) und entsprechend auf allen Rechnungen ausweisen. 

Einzige Ausnahme bilden die Kleinunternehmer: Erzielten Sie im letzten Kalenderjahr weniger als 22.000 Euro und im aktuellen weniger als 50.000 Euro Jahresumsatz, müssen Sie auch keine Mehrwertsteuer auf Ihre Preise aufschlagen bzw. Auf Rechnungen aufführen. Dennoch müssen auch Kleinunternehmer eine Jahreserklärung für die Mehrwertsteuer einreichen; sie lautet in diesem Fall “Null”. 

Die Mehrwertsteuer in Ihren Verkaufspreisen

Durch die Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer erhöht sich der Verkaufspreis Ihrer Produkte oder Dienstleistungen. Ihre Kunden müssen die Steuer also zusätzlich zum Nettopreis zahlen. Als Unternehmen haben Sie dadurch keineswegs mehr Gewinn, denn die eingesammelte Steuer müssen Sie ans Finanzamt weitergeben. 

Die Senkung der Mehrwertsteuer auf 16 bzw. 5 Prozent ändert per se nichts an den von Ihnen festgelegten Nettopreisen (= Ihrem Verkaufsgewinn). Aber: Händler sollten beachten, dass schon ein niedrigerer Bruttopreis beim Kunden neue Kaufanreize schaffen kann. Die Mehrwertsteuersenkung kann also durchaus den Konsum ankurbeln und sich (insbesondere im Kontext der abflauenden Corona-Krise) positiv auf Ihren Verkauf auswirken.  

Was ist die Vorsteuer?

Als Unternehmen verkaufen Sie nicht nur, sondern kaufen ebenfalls Produkte oder Dienstleistungen von Drittanbietern und zahlen dabei die Mehrwertsteuer, die in diesem Fall als Vorsteuer bezeichnet wird. Kurz gesagt: Die Vorsteuer besteuert Ihren Einkauf, die Mehrwertsteuer Ihren Verkauf. Die Vorsteuer, die Sie beim Einkauf von Waren oder Services gezahlt haben, können Sie beim Finanzamt geltend machen und mit der eingesammelten Mehrwertsteuer verrechnen. Wenn Sie mehr Vorsteuer auf eigene Einkäufe gezahlt haben als Mehrwertsteuer beim Verkauf eingesammelt, kommt  ein sogenannter Vorsteuerüberhang zustande. In diesem Fall zahlt Ihnen der Fiskus die Differenz aus Vor- und Umsatzsteuer zurück