October 22, 2021 by Qonto

Corona-Krise: Steuersenkungen und weitere Maßnahmen

Die Bundesregierung versucht, mit verschiedenen Maßnahmen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Ein wichtiges Mittel im Kampf gegen leere Kassen und Portemonnaies sind dabei Steuersenkungen.

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Die Corona-Krise hat die Wirtschaft in Deutschland bisher schon stark gebeutelt und dieser Prozess ist noch längst nicht abgeschlossen. Solange das Coronavirus nicht besiegt ist, wird die Lage schwierig bleiben. In den Nachrichten scheinen sich die düsteren Nachrichten zu überschlagen, viele Unternehmen haben angesichts der Krise inzwischen mit finanziellen Engpässen und leeren Kassen zu kämpfen, so manche Karriere steht auf Messers Schneide. 

Die Politik sagte deshalb Selbstständigen Unterstützung zu. Mit diversen Hilfen, Zuschüssen und Fördermitteln schnürt die Bundesregierung daher ein milliardenschweres Konjunkturpaket, um den Unternehmern und Freiberuflern zu helfen. Enthalten ist darin auch manche Steuersenkung. Folgender Artikel gibt eine Übersicht über die wichtigsten Maßnahmen.

Senkung der Mehrwert-/Umsatzsteuer

So sinkt die Mehrwertsteuer für ein halbes Jahr (1. Juli bis 31. Dezember):

- bei dem regulären Satz von 19 auf 16 Prozent und

- bei dem ermäßigten von sieben auf fünf Prozent.

Die Maßnahme soll jedoch nicht verlängert werden.

Den Konsum anregen

Das Ziel der Mehrwertsteuersenkung ist klar: Der Konsum soll angekurbelt werden. Es geht darum, dass jeder Verbraucher größere Anschaffungen jetzt, also in diesem halben Jahr, tätigt und sie nicht auf das nächste Jahr verschiebt. So wird der Handel gestützt. Der Bund zahlt für diese Maßnahme rund 20 Milliarden Euro.

Wer Rechnungen schreibt, muss also darauf achten, die neue Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer ab 01.07.2020 auszuweisen, sofern die Ermäßigung an den Kunden weitergegeben werden soll.

Soforthilfen für Arbeitgeber

Weiterhin gab es bis Ende Mai eine schnelle Soforthilfe für Firmen mit Angestellten:

- 9.000 € bei bis zu fünf Angestellten

- 15.000 € bei fünf bis zehn Angestellten

Inzwischen folgen Überbrückungshilfen, die bis August zur Verfügung stehen. Dabei können für besondere Fälle über die weiterhin gültigen Sätze hinaus bis zu 150.000 Euro beantragt werden. Allerdings muss nun ein Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater den mangelnden Umsatz bestätigen.

Kredite für große Firmen

Größere Firmen sind mit den schnellen Krediten der KfW gut beraten. Hierbei wird folgendermaßen vorgegangen:

- maximal 500.000 € bei bis zu 50 Mitarbeitern

- maximal 800.000 € bei bis zu 249 Mitarbeitern

Es gelten aber auch einige Einschränkungen für diese Firmen:

- Es muss in den letzten drei Jahren Gewinn erwirtschaftet worden sein.

- Die Firma darf nicht schon Ende 2019 in Schieflage geraten sein.

- Der Unternehmer muss seit mindestens Januar 2019 aktiv sein.

Die Kredite können auf zehn Jahre über die Hausbank abgeschlossen werden, die vollständige Bürgschaft übernimmt die KfW. Weitere Sicherheiten müssen nicht vorgelegt werden.

Kurzarbeitergeld nutzen

Eine zusätzliche wichtige Maßnahme für Unternehmen wie für ihre Angestellten ist das Kurzarbeitergeld, das es in dieser Form nur in Deutschland gibt. Hier springt die Bundesagentur für Arbeit ein und sorgt dafür, dass die Firma flüssig bleibt und gleichzeitig keine Angestellten entlassen werden. 

Mit dem Finanzamt reden

Auch über das Finanzamt kann zunächst Geld in Form von nicht getätigten Ausgaben gespart werden.

Als zusätzliche Maßnahme können Selbstständige und Freiberufler die Steuern bis Ende des Jahres 2020 von ihrem Finanzamt stunden lassen. Die Aussetzung der sonst fälligen Stundungszinsen muss extra beantragt werden. Die Stundung ist für die Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuer sowie für den Solidaritätszuschlag möglich. (Siehe auch Steuererklärung für Selbstständige, Einkommensteuerrechner sowie Einkommensteuer für verheiratete Selbstständige.)

Weiterhin kann die Steuervorauszahlung beim Finanzamt ebenfalls gestundet werden, Vollstreckungen und Zuschläge für Versäumnisse werden ausgesetzt.

Außerdem können die derzeitigen Verluste auf 2019 rückübertragen werden, sodass mit Rückzahlungen zu rechnen ist.

Weitere Einsparungen

Neben diesen Varianten durften bis Ende Juni die Miete ebenso wie die Stromrechnung und die Telefonrechnung ausgesetzt werden. Diese Rechnungen müssen zwar nach einigen Wochen und Monaten dennoch bezahlt werden, aber Vermieter und Anbieter haben kein Recht, bestehende Verträge zu kündigen.

Hilfen für den Mittelstand und andere

Besonders im Blick des Bundes stehen der Mittelstand und Solo-Selbstständige sowie nun auch das Thema Kunst und Kultur. Hier werden Millionen ausgeschüttet, um die Betriebe angesichts von Corona handlungsfähig zu halten und den Kulturbereich zu unterstützen.

Weiterhin sollen die Abschreibungsregeln geändert werden, damit die Firmen leichter investieren können. Auch werden Ausbildungsplätze mit Prämien gefördert.

Gleichzeitig werden Insolvenzverfahren auf drei Jahre beschränkt.

Außerdem wird die KI, die Künstliche Intelligenz, ebenso unterstützt wie die Digitalisierung. Hierfür stehen rund 50 Milliarden Euro zur Verfügung.

Regionale Hilfe für Künstler

Die Hilfsgelder werden in der Regel nicht für die Lebenshaltungskosten, sondern nur für betriebliche Ausgaben gewährt. Da Künstler von diesen Summen nicht profitieren, weil sie in der Regel keinen Laden oder kein Firmenbüro haben, hat zum Beispiel Bayern für alle in der Künstlersozialkasse aufgeführten Künstler die Möglichkeit eingerichtet, schnell und unkompliziert per Onlineangabe die nötige Unterstützung zu erhalten. Es lohnt sich, mit den entsprechenden Stellen in Kontakt zu treten oder Näheres über die Homepages der jeweiligen Länder zu erlesen, die Informationen dazu teilweise bereits auf der Startseite teilen.

Die Förderung der Mobilität

Ein ganz anderes Thema ist die Unterstützung des Bundes für die Anschaffung klimafreundlicher Fahrzeuge wie Lastwagen, Schiffe oder Flugzeuge durch die Unternehmer.

Auch E-Autos werden gefördert. Einerseits profitieren die Hersteller, auf der anderen Seite werden die unterstützenden Gelder mit 6.000 € für ein elektrisches Auto bis 40.000 € Listenpreis verdoppelt.

Ebenso wird viel Geld in den Ausbau der Ladestationen gepumpt.

Benziner und Dieselautos sollen über die gesenkte Mehrwert-/Umsatzsteuer attraktiv gemacht werden. Hier wird es ansonsten keine Förderung geben.

Mehr Geld im Portemonnaie

Der Kinderbonus von je 300 Euro pro Kind bringt für Eltern mehr Euros ins Portemonnaie. So können diverse Ausgaben getätigt werden, was der Wirtschaft zugute kommt.

Zudem sorgt die Reduzierung der Beiträge zur Sozialversicherung auf maximal 40 Prozent bis 2021 dafür, dass Arbeitnehmer ebenfalls mehr Gelder zur Verfügung und Arbeitgeber in der Krise mehr Sicherheiten haben.

Fazit

Das Coronavirus und der Lockdown haben die wirtschaftliche Lage verschlechtert. Darum stellen der Bund und die Länder viele Gelder und Anreize zur Verfügung. Jeder Euro zählt, damit die unterschiedlichen Branchen bestehen bleiben und Unternehmer ihre Häuser nicht schließen. Es ist wichtig zu wissen, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt und welche die jeweils passende ist, damit die Maßnahmen am Ende auch greifen. Das aktuelle Paket der deutschen Regierung gilt als große Hilfsmaßnahme in diesen schwierigen Zeiten der Corona-Krise. Die Kosten für Bund und Länder gehen mit der Steuersenkung und den übrigen Hilfen in die Milliarden, sind aber angesichts der Corona-Krise unabdingbar.

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