July 22, 2020 by Qonto

Wie kann ich die Umsatzsteuer zurückfordern?

Beim Kauf von Dienstleistungen und Waren zahlt jedes Unternehmen die Umsatzsteuer, auch Vorsteuer genannt. Diese können Sie sich über die Umsatzsteuervoranmeldung zurückholen.

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Eine der wichtigsten Steuern für Unternehmen in Deutschland ist die Umsatzsteuer (USt). Sie muss von einem Unternehmer, der umsatzsteuerpflichtig ist, monatsweise, quartalsweise oder jährlich an das Finanzamt gezahlt werden. Auf der anderen Seite kann jede von ihm selbst gezahlte und beruflich gebundene Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend gemacht werden, wenn die Ausgaben beruflichen Zwecken dienen. Unser Artikel liefert Ihnen alle relevanten Informationen zum Thema!

Die Umsatzsteuer

Die USt wird auch als Mehrwertsteuer (MwSt) bezeichnet. Sie ist von jedem Endverbraucher zu tragen und beträgt normalerweise 19 bzw. ermäßigt 7 Prozent. In Corona-Zeiten ist sie jedoch bis Jahresende 2020 gesenkt worden auf 16 bzw. 5 Prozent. Es ist also ein Unterschied, ob ein Firmeninhaber sich ein Regal für sein Büro oder für den privaten Gebrauch kauft. Im ersten Fall bekommt er die ausgewiesene MwSt als Vorsteuer zurück, beim zweiten Fall ist er selbst Endverbraucher und muss sie bezahlen.

Korrekt ausweisen

Ist der Unternehmer umsatzsteuerpflichtig, muss er seinerseits die richtige USt auf seinen Rechnungen an die Kunden ausweisen. Für die meisten Waren und Dienstleistungen erfolgt dabei ein Zuschlag von 19 (16) Prozent; Lebensmittel, Bücher, Zeitschriften und einige andere mehr werden nur mit 7 (5) Prozent besteuert. Es finden sich im Übrigen auch Bereiche ohne jede USt, zum Beispiel Vermietungen.

Die Zahlung

Die Steuer ist bis zum 10. des Monats zu bezahlen, der auf den Abrechnungszeitraum folgt. Hier kann die Verschiebung auf einen weiteren Monat als Dauereinrichtung beantragt werden. Wer zum Beispiel einen Steuerberater fragen kann, wird bei diesem Thema kaum Schwierigkeiten finden. Die Frist zum Bezahlen der Umsatzsteuer sollte unbedingt eingehalten werden: Bereits ab dem ersten Tag nach dem Stichtag darf das Finanzamt Säumniszuschläge einfordern. Am besten richten Sie eine Einzugsermächtigung an das Finanzamt ein (diese können Sie auf Wunsch jederzeit kündigen).

Die Vorsteuer

Wer selbst eine Rechnung erhält, weil er beispielsweise das besagte Regal für das eigene Büro gekauft hat, bezahlt den kompletten Betrag und bekommt dann die enthaltene Steuer vom Finanzamt erstattet. In diesem Fall ist zu beachten, dass die Umsatzsteuer auf den entsprechenden Rechnungen separat ausgewiesen sein muss.

Übrigens: Zinsen für Kontokorrentkredite oder Darlehen sind von der Umsatzsteuer ausgenommen. 

Umsatzsteuer und Vorsteuer: Beides wird verrechnet

Die beiden Umsatzarten, Umsatzsteuer und Vorsteuer, werden aufgrund der Umsatzsteuervoranmeldung und der späteren Umsatzsteuererklärung (einmal jährlich, unabhängig von der Einkommensteuererklärung) miteinander verrechnet, und zwar anhand der vorliegenden Ausgangs- und Eingangsrechnungen. Ob der einzelne Kunde dieses Unternehmens seine Rechnung inklusive Steuern bereits beim Unternehmer bezahlt hat, wird dafür nicht berücksichtigt. Diese Verschiebung kann zu Liquiditätsengpässen der Firma führen. Daher ist auf Antrag eine sogenannte Ist-Besteuerung möglich, wenn der Jahresumsatz 500.000 Euro nicht überschreitet. Freiberufler müssen dies nicht anmelden.

Kleinunternehmerregelung

Ob GbR, GmbH oder UG – alle Unternehmen müssen die Umsatzsteuer auf den Preis ihrer Dienstleistungen und Waren aufschlagen. Einzige Ausnahme bildet die Gruppe der Kleinunternehmer: Sie müssen laut § 19 UStG keine Umsatzsteuer für den Verkauf ihrer Artikel oder Dienstleistungen an ihre Kunden ausweisen. Auf der anderen Seite kann dann auch keine Vorsteuer per Umsatzsteuervoranmeldung geltend gemacht werden. Wenn solch ein Unternehmen beruflich einkauft, muss es die volle USt bezahlen. Als Kleinunternehmer gilt, wer 

- im vorigen Jahr nicht mehr als 22.000 Euro als Umsatz einnimmt und 

- im aktuellen Jahr Umsätze von voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro tätigt.

Weitere Informationen finden Sie auf Kleinunternehmer.de.

Umsatzsteuer im EU Ausland

Bei Einkäufen und Umsätzen innerhalb Europas (sowie in außereuropäischen Ländern) müssen Unternehmen in Deutschland darauf achten, ob das Land eine Vergütung der Vorsteuer anbietet und ob es sich tatsächlich um Geschäftspartner (nicht privat) handelt. Dann ist auch hierbei eine Umsatzsteuerrückerstattung möglich.

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