December 16, 2020 by Qonto

Was lässt sich von der Steuer absetzen?

Viele Steuerzahler müssen theoretisch bis Mitte Juli arbeiten, um das Geld für ihre jährlichen Sozialabgaben und Steuern zu verdienen. Umso besser, wenn sie einen Teil dieses Geldes später wieder zurückerhalten! Doch was lässt sich überhaupt alles von der Steuer absetzen?

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Für Arbeitnehmer und andere Steuerzahler ist der Juli seit 2019 ein wichtiger Monat. Bis etwa Mitte Juli müssen Arbeitnehmerhaushalte je nach Steuerklasse mittlerweile arbeiten, um das Geld für all ihre jährlichen Sozialabgaben und Steuern zu verdienen. Erst dann fließt der erste Cent in die eigene Tasche.

Gleichzeitig ist der letzte Tag des Julis der Tag, an dem die Einkommenssteuererklärung unter Angabe der Steuernummer beim Finanzamt eingetroffen sein muss. Nur wer einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerverein damit beauftragt, bekommt zur Abgabe Zeit bis Ende Februar des Folgejahres. Auch wenn die Kosten für solche professionelle Unterstützung später steuerlich absetzbar sind, lassen sie sich in vielen Fällen gleich sparen, denn so schwer ist das Ausfüllen einer Steuererklärung überhaupt nicht.

Vieles lässt sich auch nachlesen. So finden Sie zum Beispiel hier unsere Tipps, Hinweise und erste Hilfe zu der Frage, welche Kosten sich von der Steuer absetzen lassen.

Werbungskosten

Bei Angestellten und Arbeitern führen Arbeitgeber direkt die entsprechende Lohnsteuer gemessen am Einkommen an den Fiskus ab. Selbstständige bzw. Kleinunternehmer müssen oft Einkommensteuervorauszahlungen auf Basis des Vorjahreseinkommens leisten.

Die nächste Steuererklärung bietet die Chance, sich davon einiges zurückzuholen – durch die Geltendmachung von Werbungskosten beziehungsweise berufsbedingten Ausgaben oder bei Unternehmern durch das Deklarieren von Betriebsausgaben. (Machen Unternehmen im Wirtschaftsraum der EU Geschäfte, benötigen sie zur Zahlung und Berechnung der Umsatzsteuer außerdem eine Umsatzsteuer-ID. Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit und dürfen diese auf ihren Rechnungen nicht einfordern.)

Der Weg zur Arbeit

Die Werbekosten dienen immer dazu, eine Arbeit auszuüben und Einkommen zu erzielen. Deswegen kann bereits der Arbeitsweg geltend gemacht werden:

  • Fahrtkosten – mit dem eigenen Pkw 30 Cent pro gefahrenem Kilometer auf der einfachen Strecke zum Arbeitsplatz für bis zu 220 Fahrten jährlich bei einer Fünf-Tage-Arbeitswoche.
  • Alternativ kommt die Entfernungspauschale mit dem gleichen Kilometersatz ins Spiel, wenn statt des Autos Bahn, Bus oder auch das eigene Rad genutzt wird. Diese Pauschale ist allerdings grundsätzlich auf 4500 Euro begrenzt.

Die wichtigste Ausnahme für die Begrenzung der Entfernungspauschale:

Doppelte Haushaltsführung

Mancher Arbeitsplatz oder Beruf erfordert eine zweite Wohnung, wenn ein Wohnsitzwechsel ebenso wenig zumutbar ist wie tägliches langes Pendeln. Dann entsteht eine doppelte Haushaltsführung. Fahrten nach Hause sind hier steuerlich anerkannt und finden keine Anrechnung auf die Entfernungspauschale.

Zugleich können sämtliche Kosten für den zweiten Haushalt als Aufwendungen steuerlich abgesetzt werden. Das beginnt schon bei der Erstausstattung der Wohnung, betrifft aber vor allem die monatliche Miete, die bis zu einer Höhe von 1000 Euro anerkannt wird.

Weitere Werbungskosten

  • Kosten für die Fort- oder Weiterbildung mit Fachliteratur oder Fachzeitschriften – bei beiden zählt auch die digitale Form, Kursgebühren off- oder online und Aufwendungen für Fahrten zu Seminaren und Unterricht
  • beruflich bedingte Internet- und Telefonkosten von bis zu 20 Prozent der Rechnungen mit jeweils maximal 20 Euro monatlich
  • Berufskleidung unter der Voraussetzung, dass die Bekleidung nicht parallel für den Alltag geeignet ist
  • Artikel für den Bürobedarf oder
  • die Gebühren für ein Girokonto
  • Umzugskosten und weitere damit verbundene Ausgaben, falls der Umzug für die Karriere notwendig ist
  • ein Arbeitszimmer, wenn es erforderlich ist, zu Hause zu arbeiten, der Arbeitgeber dafür aber keine Büroausstattung stellt

Hierfür gelten in der Höhe keine Einschränkungen, wenn dieses Büro oder das Zimmer nicht im eigenen Zuhause liegt oder zumindest einen eigenen Eingang besitzt.

Selbstständige und Unternehmer können unter Umständen außerdem Beiträge zur privaten Rentenversicherung als Altersvorsorge von den Steuern absetzen.

Werbungskostenpauschale

Die Finanzämter erkennen ganz automatisch eine Werbungskostenpauschale mit einer 1000-Euro-Grenze an, selbst wenn Arbeitnehmer weniger ausgegeben haben. Wer allerdings mehr Kosten hatte, muss diese mit Belegen oder Rechnungen nachweisen, um sie auf der Steuererklärung geltend zu machen und abzusetzen.

Sonderausgaben

Von diesen ganzen Kostenpositionen grenzen sich solche ab, die im privaten Bereich entstehen, aber zum Teil ebenfalls unabdingbar sind:

  • Beiträge für die Kranken-, Unfall- oder Pflegeversicherung
  • ebenso Beiträge für eine Haftpflichtversicherung
  • gezahlte Kirchensteuern
  • Spenden
  • Unterhaltszahlungen und
  • Zahlungen für die Betreuung der Kinder als ein häufiges Beispiel für haushaltsnahe Dienstleistungen

Haushaltsnahe Dienstleistungen

In der Steuererklärung können neben Babysittern für die Kinder noch viele andere Aufwendungen für Dienstleistungen rund um den Haushalt abgesetzt werden. Die Definition für haushaltsnahe Arbeiten sieht dabei vor, dass die Dienstleistungen unmittelbar im Zuhause erbracht werden.

Beispielsweise zählt die Grabpflege für ein Familiengrab durch einen Gärtner nicht dazu. Kümmert sich der Gärtner dagegen um den hauseigenen Garten, gilt dies für das Finanzamt als haushaltsnahe Arbeit.

Genauso zählen dazu:

  • Haushaltshilfen oder
  • Reinigungskräfte,
  • Altenpfleger oder
  • Au-pairs – hier gibt es außerdem die Möglichkeit, über die Anerkennung für haushaltsnahe Leistungen hinaus noch mehr Zahlungen oder die Unterkunft und Verpflegung als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung abzusetzen.

Sind haushaltsnahe Dienstleistungen und die helfenden Personen als Minijobber gemeldet, mindert deren Bezahlung die Steuer oder die Steuerschuld direkt um bis zu 510 Euro. Führen Selbstständige oder Unternehmen die Dienstleistungen aus, kann in der Steuererklärung sogar maximal knapp der achtfache Betrag dessen geltend gemacht werden.

Rechnungen für Handwerker

Hier profitieren nicht nur Eigentümer bei der Steuer, sondern auch Mieter. Absetzbar ist jede Handwerkerarbeit, die der Erhaltung, Renovierung oder Sanierung eines Objekts dient. Das Finanzamt erkennt Arbeitskosten und auch die Anfahrt an – Materialkosten jedoch nicht.

Dafür dürfen Rechnungen von bis zu 6000 Euro pro Jahr die Steuererklärung begleiten. 20 Prozent davon werden dann sofort erstattet.

Außergewöhnliche Belastungen

Viele Menschen erfahren im Laufe eines Jahres auch Schicksalsschläge wie Krankheit oder den Tod von Angehörigen. Oder sie benötigen Hilfsmittel zum Erhalt der Lebensqualität beziehungsweise ihrer Arbeitskraft wie eine Brille. All das lässt sich später als außerordentliche Belastung von der Steuer absetzen.

Kinder, die auswärts eine Ausbildung absolvieren oder auch eine eigene Behinderung zählen ebenso zu dieser Kategorie. Die Umstände müssen immer zwangsläufig, also unausweichlich sein. Ferner unterscheidet der Fiskus zwischen einem zumutbaren und unzumutbaren Anteil bei der Kostenhöhe für die Belastung. Der zumutbare Teil steht einem vertretbaren Eigenanteil gleich und bewegt sich je nach Familiensituation im Bereich von einem bis sieben Prozent.

Der Kostenanteil, der diese Prozentsätze übersteigt, wirkt sich dann mindernd auf die Steuer aus. Wer jemanden unentgeltlich pflegt, kann ab dieser Stelle eine besondere Belastung mit einzelnen Belegen nachweisen oder nimmt den 924-Euro-Pflege-Pauschalbetrag bei der Steuer in Anspruch.

Fazit

Die jährliche Steuererklärung ist mehr als eine lästige Pflicht. Sie ist zugleich eine große Chance, viele Steuern, die der Staat über das Jahr vom Einkommen abgezogen hat, wieder zurückzuerhalten. Eine lange Reihe von Lebensumständen oder Lebensentwicklungen und die Kostenbelastung dadurch lassen sich steuerlich nutzen und geltend machen, was sich unmittelbar in Steuerersparnis und Steuerrückzahlungen auswirkt. Denn: Zum Steuersparen finden sich zahlreiche Möglichkeiten!

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