December 16, 2020 by Qonto

Wer haftet bei Kreditkartenbetrug?

Der Umgang mit Kreditkarten erfordert Umsicht und Vorsicht. Trotzdem geraten Kreditkartendaten oder die Zahlungskarte selbst immer wieder schnell in falsche Hände. Spätestens dann stellt sich die Frage: Wer haftet?

Bereit?

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Eine Kreditkarte kann schnell beantragt werden und im täglichen Leben im Einsatz kommen, zum Beispiel zum Abheben von Bargeld. Doch nicht immer sind sich Kartenbesitzer der Risiken bewusst. Eine Zahlungskarte oder die Kreditkartendaten werden teils schneller gestohlen, als zuvor möglich erschien.

Auch bei verlorenen Kreditkarten (sei es eine herkömmliche oder eine Co-Branding Kreditkarte) kann es geschehen, dass der Finder sie missbraucht und beispielsweise über Ihr Girokonto online einkauft. Hier erfahren Sie, wie Sie sich schützen, wie Ihre Haftung aussieht und was Sie unternehmen sollten, wenn die Karte gestohlen oder verloren wurde.

Was tun?

Paragraf 675v des Bürgerlichen Gesetzbuches sieht vor, dass der Karteneigentümer bei einem Kreditkartenbetrug bis maximal 50 Euro haftet (https://dejure.org/gesetze/BGB/675v.html). Dabei ist es egal, wie die Kreditkarte abhanden kam.

Ausnahmen sind bei fahrlässigem Verhalten zugelassen. Dann haften Sie in vollem Umfang. Dazu später mehr. Gibt es zu einem Konto auch eine Zweit- oder Partnerkarte, haftet der Hauptkarteninhaber.

Umsichtig handeln

Tatsache ist, dass der Missbrauch über das Girokonto oder ein anderes Konto meist schon unmittelbar nach dem Diebstahl oder dem Auffinden der Daten erfolgt. Da Kreditkarten fast überall akzeptiert werden, lassen sich auch gestohlene Karten einfach nutzen, zumal viele physische Zahlungskarten nur durch eine Unterschrift gesichert sind.

Auch bei online gestohlenen Kartendaten können die Täter selbst ohne die Kreditkarte sofort für viel Geld einkaufen: der Name des Inhabers, die Kartennummer und die Geheimzahl genügen ihnen bereits. Gefahr droht außerdem durch Datendiebstahl im großen Stil beispielsweise bei Online Händlern.

Sollte sich eine auffällige Transaktion indes nicht als Betrug, sondern nur als nachweisbar fehlerhaft entpuppen, sind der betreffende Händler oder Ihre Bank verpflichtet, Ihnen das Geld auf Ihre Kreditkarte zurückzubuchen.

Daher ist es immer wichtig, dass Sie tätig werden, sobald Sie bemerken, dass Ihnen Ihre Karte abhanden gekommen ist – egal, ob es sich um Ihre Firmen- oder Ihre persönliche Kreditkarte handelt und umso mehr, wenn Sie mehrere Kreditkarte besitzen und leicht der Überblick verloren gehen kann.

Von mindestens ebenso großer Bedeutsamkeit ist jedoch, dass Sie Ruhe bewahren und nicht den Kopf verlieren. Der nun folgende Abschnitt hilft Ihnen dabei, indem er als Ratgeber dient und einen Überblick über die nächsten Schritte gibt.

Rasch reagieren

Als Karteninhaber sollten Sie schnell reagieren, sobald Sie den Verlust bemerken:

- Unter der Telefonnummer 116 116 wird die Kreditkarte bei der Bank sofort gesperrt. Wer aus dem Ausland anruft, wählt in der Regel die 0049 für Deutschland vor (in einigen Ländern gilt eine andere Vorwahl). Den Betrug oder Verlust Ihrer Karte sollten Sie sofort melden.

- Abbuchungen, die nicht selbst vorgenommen wurden, müssen reklamiert werden. Zudem bieten die Karteninstitute Formulare an, die Sie ausfüllen und mit denen die Überweisung(en) anschließend rückgängig gemacht werden.

- Es sollte unbedingt eine Anzeige bei der Polizei erfolgen. Dies ist auch ein Nachweis gegenüber der Bank.

- Kontoauszüge sind sehr sorgfältig zu kontrollieren, auch nach der Sperrung.

Ihre Sorgfaltspflicht

Damit es gar nicht erst zum Kreditkartenbetrug kommt, ist es wichtig, dass Sie Ihre Sorgfaltspflicht einhalten. Dies dient Ihrem eigenen Schutz:

- Niemals sollten Pin und Kreditkarte zusammen am gleichen Ort aufbewahrt werden. Schreiben Sie Ihre Pin niemals auf die Kreditkarte.

- Natürlich ist eine sogenannte Kollaboration mit den Tätern ebenfalls untersagt (Karte freiwillig überlassen; Unterstützung beim Betrug leisten und Ähnliches mehr).

- Die Karte sollte niemals offen herumliegen, um der Gefahr zu begegnen, dass unbefugte Dritte sie finden. Schützen Sie sich bei Eingabe der PIN im Geschäft vor indiskreten Blicken. Abgelaufene Karten sollten unverzüglich vernichtet oder an die jeweilige Bank zurückgesendet werden, damit diese sie unbenutzbar macht.

- Kartendaten sollten niemals per Mail verschickt werden.

- Vorsicht bei betrügerischen Internetseiten, die Dateneingaben verlangen.

Wird dem Inhaber betrügerisches Verhalten oder eine grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit der Kreditkarte nachgewiesen, kann die Bank die Vollhaftung verlangen. Hierbei liegt die Verpflichtung allerdings bei der Bank, in jedem Fall Beweise dafür vorzulegen.

Bei einer Firmenkreditkarte haftet im Falle von Datenklau oder einer abhanden gekommenen Karte meist nicht der einzelne Mitarbeiter, sondern das betroffene Unternehmen für das Firmenkonto. Umfangreiche Garantien und Versicherungsschutz, individuell einstellbare Limits und Funktionen für jede an einen Mitarbeiter vergebene Karte, ein klarer Überblick über alle erfolgenden Transaktionen und die Möglichkeit, eine Karte per App mit nur einem Klick sofort zu sperren, wie es bei der Qonto Card der Fall ist, schaffen hier zusätzliche Sicherheit. Im Fall des Falles kann möglicher Missbrauch so frühzeitig erkannt und ihm umgehend ein Riegel vorgeschoben werden.

Bei GeldKarten gibt es keine Haftung für Kartenguthaben oder Buchungen – das Risiko liegt ganz allein bei Ihnen.

Je nach Bank Geld sparen

Viele Banken verzichten auf die gesetzliche Haftung von 50 Euro, wenn kein Fehlverhalten des Kunden vorliegt. Ein Vergleich lohnt sich hier. Wer beispielsweise bei MasterCard und Visa Kunde ist, kann sich auf die Regelung Zero Liability Protection beziehen. Nach dieser gilt die Haftung des Karteninhabers bei Missbrauch durch Dritte nicht, weitere Kosten kommen somit nicht auf Sie zu. Weiterhin gilt: Die Sperrung der Kreditkarten sowie das Zusenden einer neuen Kreditkarte sind kostenlose Leistungen durch den Anbieter. 

Zusammenfassung

- Der Kunde haftet beim Kreditkartenbetrug gesetzlich mit 50 Euro.

- Manche Banken verzichten vollständig auf die 50-Euro-Haftung.

- Voraussetzung ist in jedem Fall, dass Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind, also nicht grob fahrlässig oder gar kollaborativ gehandelt haben.

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