November 04, 2020 by Qonto

Abschreibung für Fahrrad und E-Bike

Fahrräder werden häufig für den alltäglichen Weg zur Arbeit eingesetzt. Auch sonst werden sie immer öfter betrieblich genutzt – anstatt eines Privat-Pkws oder eines Dienstwagens. So stellen sich auch immer häufiger Fragen wie diese: Kann ein betrieblich genutztes Fahrrad abgeschrieben werden? Kann ich den Fahrradkauf oder die laufenden Kosten steuerlich absetzen?

Bereit?

Qonto ist das ideale Geschäftskonto.

Konto eröffnen

Schon im Jahr 2019 meldeten Fahrradhersteller und -händler Rekordumsätze. Im ersten Halbjahr 2020 hielt der Boom trotz Corona-Lockdown an. Immer mehr Menschen nutzen klassische Fahrräder oder moderne E-Bikes

Gibt es für Radfahrten zur Arbeit auch die Entfernungspauschale oder ein Kilometergeld wie beim Pkw? Gelten für Elektrofahrräder die gleichen Regeln wie für klassische Fahrräder?

Lesen Sie im Folgenden die Antworten.

Kilometerpauschale

Für die einfache Strecke zwischen der privaten Wohnung und der ersten Tätigkeitsstrecke gibt es auch beim Radfahren 2020 die volle Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer für alle Arbeitnehmer. Somit gilt hier der gleiche Betrag wie für Autofahrten. Die Pauschale wird zu einem Teil der Werbungskosten und auch Selbstständige können hier steuerlich profitieren.

Pendlerpauschale für Selbstständige

Selbstständige oder Unternehmer, die auf ihrem privaten Rad Geschäftstermine ansteuern oder es gar im Rahmen einer Dienstreise verwenden, dürfen ebenfalls 30 Cent pro Kilometer als Betriebsausgabe verbuchen. Allerdings darf der Anteil dieser oder anderer geschäftlicher Fahrten nicht mehr als fünfzig Prozent der gesamten Fahrradnutzung betragen. Andernfalls ist das Fahrrad verpflichtend dem Betriebsvermögen hinzuzurechnen.

Fahrrad als Betriebsvermögen

Entscheidend für Selbstständige ist außerdem eine Zehn-Prozent-Grenze an betrieblicher Nutzung. Denn wenn Sie Ihr Rad weniger nutzen, entfallen automatisch die Möglichkeiten von Abschreibungen oder der Geltendmachung der laufenden Kosten. Das Fahrrad gilt dann steuerlich in jedem Fall als Privatvermögen

In dieser Hinsicht gelten für Fahrräder die gleichen Regelungen wie für andere betrieblich genutzte Privat-Fahrzeuge:

  • Ab einer geschäftlichen Nutzung von mehr als zehn Prozent können Sie entscheiden, ob es Betriebsvermögen werden soll. Das Fahrrad gehört dann zum gewillkürten Betriebsvermögen.
  • Ab mehr als 50 Prozent betrieblicher Nutzung kommt es verpflichtend zum notwendigen Betriebsvermögen hinzu.
  • Das Gleiche gilt, wenn Sie das Rad einem Ihrer Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Diese Überlassung gilt als volle betriebliche Nutzung.

Ihr Arbeitnehmer darf das Fahrrad dann komplett privat nutzen. Anders als bei der Privatnutzung eines Firmenwagens muss für Fahrräder oder nicht zulassungspflichtige E-Bikes seit 2019 – bis mindestens 2030 – kein geldwerter Vorteil mehr versteuert werden.

Als Selbstständiger müssen Sie eine private Nutzung des Betriebsvermögens ebenfalls nicht mehr als Privatentnahme versteuern. Das Führen eines Fahrtenbuchs oder die Anwendung der 1%-Regelung entfallen damit.

Falls Sie wählen können, ob Sie Ihr Fahrrad dem gewillkürten Betriebsvermögen zurechnen oder es als Privatvermögen deklarieren, müssen meist einige Berechnungen vorgenommen werden. Umso besser, wenn Sie sich dabei auf Buchhaltungs-Tools stützen können, die Ihnen einen klaren Überblick über Ihre Ausgaben geben und Sie insgesamt bei der Vorbereitung der Steuererklärung unterstützen. So können Sie bei Qonto Ihre Finanzen jederzeit per App einsehen, die Historie Ihrer Transaktionen zeitlich unbegrenzt aufrufen und Ihre Einnahmen und Ausgaben mithilfe individueller Tags filtern. 

Pedelecs und Sportgeräte

Die steuerliche Behandlung von Fahrrädern oder Elektrofahrrädern orientiert sich am Verkehrsrecht. Ein gewöhnliches Rad muss zunächst einmal straßenverkehrstauglich sein – also Beleuchtung und Klingel besitzen. Andere Räder gelten als Sportgeräte, nicht als Verkehrsmittel und können deswegen nicht steuerlich abgesetzt werden.

Bei Rädern mit Elektromotor richtet sich die Einordnung nach der Zulassungspflicht. Nicht zulassungspflichtige E-Bikes werden wie gewöhnliche Fahrräder behandelt. Pedelecs mit Kennzeichen- und Versicherungspflicht sind Kraftfahrzeugen wie Mopeds oder Motorrädern gleichgestellt.

Das bedeutet dann zum Beispiel bei der Nutzung oder Überlassung als Dienstfahrrad wieder bei privater Nutzung: Privatentnahme verbuchen oder geldwerten Vorteil versteuern!

Dienstfahrrad – Abschreibung

Sobald ein Fahrrad zum Betriebsvermögen kommt, dürfen die Anschaffungskosten abgeschrieben werden. Soll ein älteres Privat-Rad eingelegt werden, nutzen Sie alternativ den Teil- oder Zeitwert. Dessen Höhe oder die Höhe der Anschaffungskosten – ohne Umsatzsteuer – bestimmt die Abschreibungsart oder -möglichkeiten.

Das Fahrrad sofort voll abschreiben

Das Steuerrecht erkennt ein geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) an, wenn es

  • abnutzbar,
  • beweglich und
  • selbstständig nutzbar ist.

Ein Fahrrad erfüllt alle diese Voraussetzungen. So wird die GWG-Sofortabschreibung möglich, bei der alle Kosten, zu denen ein Wirtschaftsgut angeschafft oder hergestellt wurde, unmittelbar abgeschrieben werden dürfen. Dabei gelten seit 2018 bis auf Weiteres diese GWG-Grenzen:

  • bis 150 Euro sofortige Abschreibung ohne Verzeichnis,
  • ab 150 und unter 250 Euro Sofortabschreibung mit Verzeichnis,
  • ab 250 und unter 800 Euro wieder Sofortabschreibung mit Verzeichnis oder Abschreibung als Sammelposten mit Erfassung in separatem Sachanlagenkonto,
  • ab 800 und unter 1000 Euro Abschreibung als Sammelposten ohne Verzeichnis mit Sachanlagen-Erfassung und
  • ab 1000 Euro Aktivierung mit Abschreibung nach AfA Tabelle.

Abschreibung für Fahrräder

Für alle Fahrräder, E-Bikes oder Pedelecs mit Netto-Anschaffungskosten oder einem Zeitwert von 1000 Euro und mehr kann auch die Abnutzung steuerrechtlich anerkannt werden: Diese wird als Wertminderung Ihrer Anlagegüter angerechnet und kann entsprechend abgesetzt werden.

Die maßgebende AfA-Tabelle für alle verwendbaren Anlagegüter sieht für Fahrräder allgemein eine lineare Abschreibung über sieben Jahre vor – bis dato unterscheidet sie nicht zwischen klassischen Fahrrädern und Rädern mit elektrischer Unterstützung.

Somit können für jedes Fahrrad steuerlich ab der 1000-Euro-Grenze jährlich 1/7 der Anschaffungskosten oder des Zeitwerts als Abschreibung angesetzt werden.

Für Räder, die Sie 2020 oder 2021 anschaffen, ist auch die degressive Abschreibung möglich. Sie wurde generell in den Gesetzen zur Bewältigung der Corona-Krise wiedereingeführt. Das erlaubt Ihnen nun auch eine Abschreibung von bis zu 25 Prozent der Anschaffungskosten oder maximal dem 2,5-Fachen der linearen Abschreibung.

Laufende Kosten

Sämtliche regelmäßigen Kosten für den Unterhalt eines Fahrrads im Betriebsvermögen – Reparaturen, Wartung oder auch das Aufladen eines E-Bikes und eine Versicherung – stellen gewöhnliche Betriebsausgaben dar und lassen sich so ebenfalls steuerlich geltend machen.

Gut zu wissen: Gewisse Berufsgruppen können eine Betriebsausgabenpauschalein Anspruch nehmen und die Kosten auch in diesem Rahmen absetzen.

Behalten Sie jederzeit den Durchblick – mit Qonto

Mit Qonto können Sie Ihre Transaktionen jederzeit per App einsehen und mithilfe individueller Tags sortieren. Eine glasklare Übersicht über Ihre Finanzen ist garantiert! Testen Sie Ihr Qonto Geschäftskonto jetzt 30 Tage lang gratis und unverbindlich!

Konto eröffnen