September 28, 2020 by Qonto

Gebrauchtwagen als Firmenwagen

Abschreibung, Finanzamt und private Nutzung... Hier finden Sie alle Fakten!

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Fahrtkosten zählen dem aktuellen Reisekostenrecht zufolge zu den steuerlich absetzbaren Reisekosten. Dazu gehört z. B. der Mehraufwand für Verpflegung an Ganz- und Halbtagen auf Dienstreise (siehe auch Dreimonatsfrist). Für Dienstreisen mit dem Firmenwagen darf keine Kilometerpauschale steuerlich geltend gemacht werden.

Wenn Unternehmen Ihren Mitarbeitern Firmenwagen zur Verfügung stellen, bestellen sie dazu längst nicht immer fabrikfrische Neuwagen, sondern greifen oft auch zu einem Gebrauchten. Das lohnt sich in mehrfacher Hinsicht:

Klare Preisvorteile beim Kauf von Gebrauchtwagen als Firmenwagen

Unternehmer sollten stets Liquidität und Kosten im Auge behalten. Für ein neues Fahrzeug wird ein hoher Listenpreis plus Sonderausstattung fällig. Schon im ersten Jahr zeigt der Neuwagen dann einen durchschnittlichen Wertverlust von 25 Prozent. Nach gerade drei Jahren ist ein Auto meist nur noch rund die Hälfte seines ursprünglichen Kaufpreises wert. Anschließend liegt der Wertverlust normalerweise bei etwa fünf bis sechs Prozent jährlich. Abschreibungsmöglichkeiten kompensieren die hohen anfänglichen Wertverluste zwar einigermaßen, aber junge Gebrauchtwagen lassen sich dadurch viel günstiger erwerben und schonen beim Kauf direkt das Geschäftskonto.

Abschreibung von Firmenwagen

Bei Neufahrzeugen gehen Finanzämter regelmäßig von einer sechsjährigen Nutzungsdauer aus. Daraus ergibt sich eine jährliche Abschreibung von knapp 17 Prozent des Gesamtkaufpreises inklusive aller Extras. In Einzelfällen – bei mehr als 90 Prozent betrieblicher Nutzung des Wagens und der Erfüllung weiterer steuerlicher Voraussetzungen – kommt im ersten Jahr eine 20-prozentige Sonderabschreibung infrage.

Generell gilt die sechsjährige Nutzungsdauer genauso bei Gebrauchtwagen. Ihr Alter kommt dabei aber in Anrechnung, und so lassen sie sich oft mit höheren Sätzen abschreiben. Beispiele:

  • Ein zwei Jahre altes Fahrzeug hat demnach noch eine voraussichtliche Restnutzungsdauer von vier Jahren und kann mit 25 Prozent abgeschrieben werden.
  • Nach drei Jahren sinkt die erwartete Restnutzungszeit der Gebrauchtwagen auf drei Jahre und die Abschreibung steigt auf 33 Prozent.
  • Für alle Fahrzeuge mit einem Alter ab vier Jahren wird ausnahmslos eine Restnutzung von zwei Jahren angenommen. Selbst wenn der Wagen schon sechs Jahre oder älter ist, dürfen Sie daher 50 Prozent des Kaufpreises jährlich abschreiben.

Zusammen mit kleinen Kaufpreisen kompensiert die höhere Abschreibungsmöglichkeit dann in der Regel leicht die höheren Reparatur- oder Servicekosten für ein älteres Auto.

Wenn der Gebrauchtwagen als Firmenwagen außerdem privat genutzt wird

Viele Chefs erlauben ihren Mitarbeitern die Privatnutzung von Firmenwagen. Dieses Extra hat für die Mitarbeiter allerdings zur Folge, dass sie einen geldwerten Vorteil versteuern müssen, weil jedes Auto – ob gebraucht oder neu – zum unternehmerischen Betriebsvermögen zählt. Aber: Allein das Zurverfügungstellen nur für dienstliche Fahrten und den Weg zwischen Wohnort und erster Tätigkeitsstätte beziehungsweise Betrieb ergibt noch keinen geldwerten Vorteil.

Ansonsten stehen Arbeitnehmern zwei Möglichkeiten für die Versteuerung offen:

Firmenwagen privat versteuern mit Fahrtenbuch

Im Fahrtenbuch dokumentieren die Mitarbeiter jede Fahrt und vermerken dabei ihre Natur oder den Zweck: Dienst- und Privatfahrten sowie zusätzlich die Fahrten zwischen Arbeitsplatz und Zuhause. Für alle Kosten wie Reparaturen oder Service sammeln sie Belege. Sollte eine Quittung fehlen, kann stattdessen unter Umständen ein Eigenbeleg erstellt werden. Am Ende bestimmt der private Anteil der Fahrten den Nutzungswert an den gesamten Kosten, welcher vom Arbeitgeber für den Mitarbeiter zu versteuern ist. Diese Methode ist exakt, aber aufwendig für die Mitarbeiter.

Entfernungspauschale

Diese können Arbeitnehmer auch hier geltend machen. Sie haben allerdings darauf zu achten, dass ihr Chef die tatsächlichen Gesamtkosten ansetzt und nicht pauschal versteuert. Der Arbeitgeber hat für weniger Buchhaltungsaufwand die Option, geldwerte Vorteile pauschal mit 15 Prozent versteuern zu lassen. Ein derart pauschal versteuerter Arbeitslohn mindert später die Entfernungspauschale bei den abzugsfähigen Werbungskosten.

Die 1-Prozent-Regelung für Firmenwagen

Allen, die eine Fahrtenbuchführung vermeiden wollen, gibt das Finanzamt aber auch noch eine zweite Möglichkeit zur Versteuerung der Privatnutzung von neuen oder gebrauchten Dienstwagen: die 1-Prozent-Regelung.

Bei mehr als 50 Prozent Dienstfahrten kann hier ein Prozent des inländischen Listenpreises des Fahrzeugs zuzüglich Sonderausstattung für die pauschale Versteuerung des geldwerten Vorteils angesetzt werden. Konkret:

  • Gebrauchte wie neue Autos, die komplett einmal 45.000 Euro gekostet haben, sind mit jeweils 450 Euro monatlich zum individuellen Einkommenssteuersatz zu versteuern.
  • Außerdem werden weitere Steuern für Fahrten zwischen Wohn- und erstem Arbeitsort fällig: monatlich 0,03 Prozent des Listenpreises mit Extras für jeden Kilometer einer einfachen Strecke. Das ergibt bei einem Arbeitsweg von 30 Kilometer hier: weitere zu versteuernde 405 Euro im Monat.
  • Insgesamt ergibt das Beispiel geldwerte Vorteile von 955 Euro monatlich oder 11.460 Euro jährlich, was zu einem Steuersatz von 40 Prozent 4584 Euro fällige Steuern für den Arbeitnehmer ausmacht.

Eine exakte Zuordnung mit der Fahrtenbuch-Methode ist für viele Mitarbeiter steuerlich deutlich attraktiver und so nehmen sie gern den Mehraufwand in Kauf. Interessanter und günstiger sieht es mindestens bis Ende 2021 für Elektro-Dienstwagen oder Plug-In-Modelle aus: Hier gilt mit der 0,5-Prozent-Regelung eine glatte Halbierung der Steuerbelastung für die Arbeitnehmer.

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