October 26, 2021 by Qonto

Liquide Mittel – warum sie so wichtig für Ihr Unternehmen sind

Jedes Unternehmen sollte stets genügend liquide Mittel verfügbar haben, um Betriebskosten und offene Rechnungen unverzüglich bezahlen zu können.

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Jedes Unternehmen sollte mit ausreichend liquiden Mitteln ausgestattet sein, um unvorhergesehenen finanziellen Engpässen begegnen zu können. Das lateinische Wort liquidus bedeutet „flüssig“. Es geht also um Geld, das in Form von liquiden Mitteln im Notfall schnell zur Verfügung steht. 

Eine ausreichende Liquidität wird im Unternehmen vor allem durch ein gut durchdachtes Kostenmanagement bzw. Controlling sichergestellt. Auch Selbstständige bzw. Freiberufler können ihre Liquidität mittels vorausschauender Ausgabenplanung (etwa von Fahrtkosten) und präziser Kalkulation der Selbstkosten angebotener Leistungen sicherstellen. Ein digitales Geschäftskonto mit integrierten Verwaltungstools erleichtert diese Aufgabe: Qonto verschafft Ihnen stets Echtzeit-Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben: Mobile App, Premium Mastercard und Buchhaltung inklusive.

Was sind liquide Mittel?

Liquide Mittel gibt es in unterschiedlichen Varianten. Diese werden offiziell aufgeteilt in diverse Liquiditätsgrade. Die Aufteilung richtet sich danach, wie zügig diese Mittel liquidiert oder flüssig gemacht werden können. Sie wird in Form von Ordnungsgruppen vorgenommen und ist im Handelsgesetzbuch (HGB) definiert und geregelt. 

Es ergeben sich drei Ordnungen:

1. Ordnung (sofort verfügbar: kurzfristige Zahlungsfähigkeit)

- Bargeld

- Bankguthaben (Bundesbank, Hausbank und alle anderen Kreditinstitute)

- Kassenbestände

- verfügbare Kreditlinien

2. Ordnung (rasch in Geldmittel umwandelbar: mittelfristige Zahlungsfähigkeit)

- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (noch nicht beglichene Rechnungsbeträge, die z.B. via SEPA- oder SWIFT-Überweisungen eintreffen) 

- Schecks

- Wertpapiere

- Anlagevermögen

- diskontfähige Wechsel

3. Ordnung (nur langfristig und schwierig in Bargeldmittel umwandelbar: langfristige Zahlungsfähigkeit)

- Warenbestände

- Betriebsstoffe

- Rohstoffe

- Hilfsstoffe

- sonstige Vorräte

Die Währungseinheit

Die jeweilige Währungseinheit ist Euro. Ausländische Guthaben müssen bei der Kontrolle der Zahlen jeweils in Euro umgerechnet werden, was sich in Sachen Liquidität gegebenenfalls negativ auswirken kann (siehe auch Wechselkurse).

Warum sind liquide Mittel nötig?

Liquide Mittel dienen dazu, eine Reserve zu bilden, wenn plötzlich Probleme auftreten und laufende Verbindlichkeiten sowie unvorhergesehene Forderungen beglichen werden müssen. Zu den Verbindlichkeiten zählen beispielsweise die monatlichen Gehälter oder kurzfristig fällige Rechnungen (siehe auch Überweisungen ins Ausland). Aber auch Steuerzahlungen (wie z. B. die Umsatzsteuer, siehe auch Umsatzsteuer-ID und Reverse Charge bei Handel innerhalb der EU sowie Sollversteuerung) gehören zu diesen Verbindlichkeiten. 

Gerät eine Firma mit den Zahlungen in Schwierigkeiten, droht rasch die Insolvenz, denn es geht dabei in der Regel um hohe Summen. Um solche Unwägbarkeiten abzufedern, sind ausreichende liquide Mittel nötig, denn jedes Unternehmen kann unerwartet und ohne eigene Schuld in eine Schieflage geraten.

Ausgewogene Bestände

Insofern ist jede Firma gut beraten, eine entsprechend hohe Summe bar oder rasch verfügbar zu haben. Andererseits sollten nicht zu viele liquide Mittel vorhanden sein, denn das bedeutet, dass größere Bargeldbestände ungenutzt auf dem Konto oder in der Kasse vorhanden sind. Sie erbringen keine oder kaum Zinsen, auch keinen Gewinn, und könnten sicher sinnvoller eingesetzt werden. Es ist also eine ständige Gratwanderung, den richtigen Betrag flüssig zu halten und überschüssige Gelder auf andere Art zu investieren. Die Devise für den Bargeldbestand lautet: so hoch wie nötig, so niedrig wie möglich.

Die Kapitalflussrechnung

Dies muss stets im Blick behalten werden. Jedes größere Unternehmen muss außerdem laut HGB eine sogenannte Cashflow-Rechnung (Kapitalflussrechnung) erstellen, die Teil der Bilanz am Ende des Jahres ist. Bei diesem Jahresabschluss werden die Bargeldbestände aufgelistet und damit liquide Mittel in ihrer jeweiligen Höhe benannt. Dafür werden die Cashflow-Ergebnisse um die nicht relevanten Teile wie Abschreibungen und Auflösungen von Rückstellungen gekürzt. Das Ergebnis ist der aktuelle Bestand. Die Überprüfung dieser Mittel sollte allerdings auch regelmäßig unter dem Jahr erfolgen, damit die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens stets gewährleistet ist.

Liquide Mittel sind Aktiva

Liquide Mittel werden daher in der Buchhaltung des Unternehmens gelistet, und zwar auf der Aktiva-Seite, da sie Teil des Umlaufvermögens sind. Im Gegensatz dazu gibt es das Anlagevermögen, in dem zum Beispiel Maschinen und Fuhrpark gelistet sind. Auch diese Gegenstände können natürlich veräußert werden, doch dauert dies etwas länger und kann meist nur unter Verlust (Abschlag = Disagio) geschehen.

Wie wird die Liquidität berechnet?

Es gibt entsprechend den Ordnungen drei Möglichkeiten, die Liquidität zu berechnen.

Die Berechnung ersten Grades soll klarstellen, ob die Mittel aus den ersten und teilweise zweiten Ordnungen ausreichen, in kurzer Zeit alle kurzfristigen Verbindlichkeiten des Hauses zu begleichen. Das jeweilige Zahlungsziel liegt unter einem Jahr. Es werden bei der Rechnung die Bargeld-, Kassen- und Kontobestände sowie Schecks und Wechsel als liquide Mittel einbezogen. Das Ziel lautet, möglichst einen Liquiditäts-Prozentsatz von bis zu 30 Prozent zu erreichen:

Liquide Mittel x 100 : kurzfristige Verbindlichkeiten

Für die Berechnung zweiten Grades, deren Aussage verlässlicher ist, werden zusätzliche Bestandteile aus dem zweiten Ordnungsgrad (unter einem Jahr) zu den flüssigen Mitteln gerechnet. Hierbei sollte ein Prozentsatz von wenigstens 100 Prozent (eher mehr) erreicht werden:

(Liquide Mittel + kurzfristige Forderungen) x 100 : kurzfristige Verbindlichkeiten

Bleibt noch die dritte Rechnung, die allerdings aufgrund der meist schwierigen Liquiditätsrate der Vorräte seltener gebraucht wird:

(Liquide Mittel + kurzfristige FLL + Vorräte) x 100 : kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Illiquidität

Geht es um das Thema Liquidität, sind immer die sofort oder sehr rasch verfügbaren Geldmittel gemeint. Wer seine Gelder zum größten Teil und dauerhaft fest gebunden hat, muss stets mit der Möglichkeit einer Zahlungsunfähigkeit, der Illiquidität, rechnen.

Clever planen

Eine gute Planung ist daher das A und O. Kleinere Unternehmen brauchen dafür vielleicht nur ein Schema im Kopf des Firmeninhabers, größere sollten schriftlich planen und andere miteinbeziehen, damit jeder weiß, was er zu tun hat. Wichtig ist nicht nur die kurz- und langfristige Planung, das Vergleichen mit der vorigen Jahresplanung und die konsequente, aber flexible Umsetzung; es ist ebenso wichtig, alle Möglichkeiten durchzuspielen und zu überlegen, was das Ganze kosten wird, damit rechtzeitig weitere finanzielle Mittel dafür bereitstehen.

Fazit

Eine Planung zum Thema liquide Mittel ist sinnvoll und sollte immer wieder im Jahr angeschaut werden. Größere Unternehmen legen zusätzlich zum Jahresende eine Bilanz der Buchhaltung vor. Doch auch kleinere Firmen und Selbstständige sind gut beraten, ihre liquiden Mittel wie Bankguthaben und Wertpapiere, Kassenbestand und andere Barmittel jederzeit zu kennen. Sollte der Fall eintreten, dass es unvermutet finanziell eng wird, stehen dann trotzdem genügend Gelder zur raschen Entnahme bereit und das Unternehmen übersteht die Krise ohne größere Verluste.

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