December 16, 2020 by Qonto

Umsatzsteuerzahllast richtig berechnen

Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer müssen regelmäßig ihre Umsatzsteuerzahllast berechnen, um anschließend der errechneten der Betrag an das Finanzamt abzuführen. Mehrwertsteuer, Voranmeldung, Vorsteuer... in unserem Artikel klären wir, was Sie beachten müssen!

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Viele Selbstständige und Unternehmensgründer stehen vor der gleichen Frage: Welche Steuern müssen sie zahlen, was ist die Umsatzsteuerzahllast bzw. wie ist die Umsatzsteuer abzuführen? Unternehmer egal welcher Rechtsform müssen in Deutschland diese indirekte Abgabe an das für sie zuständige Finanzamt zahlen und gleichzeitig diese für ihre erbrachten Leistungen auf ihren Rechnungspreis aufschlagen.

Nicht selten kommt es rund um das Thema Umsatzsteuer zu Verwirrungen und viele sind unsicher, wie sich die Umsatzsteuerzahllast genau berechnen lässt. Gerade beim Start in die Selbstständigkeit bestehen häufig viele Unsicherheiten zu steuerlichen Verpflichtungen.

Die wichtigsten Begriffe

Die Umsatzsteuer, kurz Ust, gehört zu den Unternehmenssteuern (wie auch die Einkommensteuer und die Gewerbesteuer). Sie ist eine indirekte Steuer, die der Staat auf Umsätze erhebt, die durch Leistungen oder die Lieferung von Waren entstehen. Diese Abgabe zählt zu einer der Haupteinnahmequellen des Staates und sie wird auf fast allen Rechnungen und Kassenbons ausgewiesen. Rund um die Steuer auf Umsätze tauchen einige weitere Begriffe auf, die im Zusammenhang mit der Umsatzsteuerzahllast von Bedeutung sind.

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist eine Nummer, die Unternehmer zusätzlich zur ihrer Steuernummer oder Steuer-ID beantragen können. Dank USt-ID ist jedes Unternehmen innerhalb der EU eindeutig identifizierbar.

Die Mehrwertsteuer (MwSt.)

Die Mehrwertsteuer ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Umsatzsteuer.

Die Vorsteuer und der Vorsteuerüberhang

Die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die jeder Selbstständige oder Unternehmer beim Einkauf von Leistungen oder Waren bezahlt. Auf jeder Rechnung ist die Vorsteuerlast vermerkt und es ist möglich, durch die Umsatzsteueranmeldung diese Vorsteuer vom Staat erstattet zu bekommen.

Wenn die geleistete Vorsteuersumme höher ist als die Summe der Steuereinnahmen auf Umsätze, haben Selbstständige und Unternehmen das Recht, den zu viel gezahlten Anteil der Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückzubekommen. Diesen Fall bezeichnet man auch als Vorsteuerüberhang

Die Umsatzsteuerzahllast

Hinter der Umsatzsteuerzahllast verbirgt sich das Saldo zwischen der an das Finanzamt zu zahlenden Umsatzsteuerschuld und der vom Finanzamt im Gegenzug zu erstattenden Vorsteuer

Die Umsatzsteuervoranmeldung

Alle umsatzsteuerlich verpflichtenden Unternehmer und Unternehmerinnen müssen über die Voranmeldung dem Finanzamt in regelmäßigen Abständen mitteilen, wie hoch ihre Einnahmen an der Umsatzsteuer waren und wie hoch ihre Vorsteuerleistungen waren. Diese steuerliche Voranmeldung erfolgt monatlich oder vierteljährlich über das ElsterOnline-Portal des Finanzamtes oder über ein Rechnungsprogramm.

Der Turnus der Voranmeldung richtet sich dabei nach der Umsatzsteuerzahllast des vorangegangenen Kalenderjahres. Beträgt diese Umsatzsteuerzahllast über 7500 Euro, muss die Voranmeldung monatlich erfolgen. Wenn die Umsatzsteuerzahllast unter 7500 Euro lag, muss diese einmal pro Quartal bei dem Finanzamt eingereicht werden. Bei einer geringen Umsatzsteuerzahllast, die in der Summe nicht 1000 Euro beträgt, reicht es, eine Umsatzsteuererklärung pro Jahr einzureichen. 

Wer zahlt Umsatzsteuern?

Das Umsatzsteuergesetz, kurz UstG, regelt genau, welche Lieferungen und Leistungen umsatzsteuerpflichtig sind. Es hängt also von den einzelnen Tätigkeiten des Unternehmers beziehungsweise des Freiberuflers ab, ob es sich um eine umsatzsteuerpflichtige Leistung handelt. 

  • Firmen, die als Gesellschaften geführt werden: Ist ein Unternehmen als eine Gesellschaft eingetragen, ist das Unternehmen prinzipiell umsatzsteuerpflichtig.

  • Freiberufler und selbstständige Gewerbetreibende: Bei jedem Rechnungsschreiben, in dem Leistungen und Lieferungen abgerechnet werden, muss die geltende Umsatzsteuer ausgewiesen werden.

  • Kleinunternehmer: Umfasste der Umsatz im Vorjahr nicht mehr als 22.000 Euro, besteht durch die Kleinunternehmerregelung keine Umsatzsteuerpflicht. Auf Kleinunternehmer-Rechnungen muss dies entsprechend vermerkt sein.

Die Umsatzsteuersätze

Die allgemeine Mehrwertsteuerabgabe auf Waren und Dienstleistungen liegt in Deutschland bei 19 Prozent. Jedoch gibt es hierbei auch Ausnahmen, diese sind genauestens im §12 des Umsatzsteuergesetzes geregelt. So werden beispielsweise Lebensmittel, Printprodukte wie Bücher und Zeitschriften, lebende Tiere, Übernachtungen, Kunstgegenstände und einige medizinische Hilfsmittel mit einem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent versteuert. Kreditvermittlungen, Versicherungen und Auslandslieferungen werden sogar mit 0 Prozent versteuert. 

Berechnung der Zahllast

Mit dem Wissen über die Umsatzsteuerschuld sowie des vom Fiskus zu erstattenden Vorsteuersatzes lässt sich die Umsatzsteuerzahllast relativ einfach berechnen. Von der erhobenen Umsatzsteuersumme muss die zu erwartende Vorsteuererstattung abgezogen werden und es ergibt sich die Umsatzsteuerzahllast.

Laut dem Gesetz wird hierbei in zwei unterschiedliche Funktionen bei der Buchhaltung unterschieden: Die Umsatzsteuerzahllast wird einerseits nach den vereinbarten Entgelten berechnet oder nach den vereinnahmten Entgelten. Weiterführende Informationen zu diesen Rechenweisen finden sich im §16 bzw. im §20 UstG.

In der Regel ist die Umsatzsteuerzahllast positiv, so dass Geld an den Fiskus abgeführt werden muss. Bei einer negativen Zahllast kann der Selbständige oder die Firma den Regelabgabezeitraum verändern oder den Abgabesatz anpassen. Wer sich bei der Berechnung unsicher ist, sollte sich gegebenenfalls von einem Steuerberater beraten lassen. 

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