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Wie Sie Ihre Firma gründen ohne Kapital

November 18, 2021 by Qonto Deutschland
Firma gründen ohne Kapital Qonto

Eine zündende Idee, die umgesetzt werden will? Mehr Unabhängigkeit und Freiheit? Ein unwiderstehlicher Drang nach Veränderung? Sie träumen davon, ein eigenes Unternehmen zu gründen, doch dagegen spricht… gähnende Leere auf Ihrem Bankkonto?

Wir halten gute Nachrichten für Sie bereit: Gründen ist auch mit geringen finanziellen Mitteln möglich! Im Folgenden zeigen wir Ihnen Wege auf, wie Ihr Traum Wirklichkeit werden kann. Welchen Weg Sie letztlich einschlagen, hängt von Ihrem Geschäftsmodell und Ihrer individuellen Situation ab – den Kompass geben wir Ihnen zur Hand. 🧭

Was braucht man überhaupt, um seine eigene Firma zu gründen?

Wichtiger als das große Geld ist zu Beginn ein gut durchdachter Business Plan. Dieser dient zunächst Ihrer eigenen Orientierung. Schließlich sollten Sie sich nicht mit geschlossenen Augen in das neue Abenteuer stürzen, sondern realistisch analysieren, was sich umsetzen lässt und wie sich Ihr Unternehmen entwickeln soll.

Ist Ihr Business Plan bereit, können Sie ihn als Grundlage verwenden, um Investoren zu gewinnen. Natürlich sollten Sie sich zusätzlich eine stichhaltige Argumentation zurechtlegen, um potentielle Teilhaber/innen von den Erfolgschancen Ihrer Idee zu überzeugen.

Außerdem sollten Sie überlegen, ob Sie (viel) Startkapital benötigen. Oder lässt sich Ihr Geschäftsmodell auch mit geringen finanziellen Mitteln auf Ihrem Gründerkonto umsetzen? Denn das hätte verschiedene Vorteile – wie Sie gleich erfahren werden. 

Wie kann ich ein Unternehmen gründen ohne Startkapital?

Ohne Startkapital gründen, geht das überhaupt? Aber ja – und der Weg muss nichtmals besonders steinig werden. 🛣️ 

Alles hängt von der geplanten Tätigkeit und auch der Rechtsform (ob GmbH, UG, OHG etc.) ab – zu letzterer später mehr.

Geschäftsidee mit wenig Kapital

Einen Online Shop einzurichten verschlingt beispielsweise weniger finanzielle Mittel als wenn Sie Räumlichkeiten mieten und Personal einstellen müssen. Natürlich spielt hier auch die Größe eines eventuellen Lagers eine Rolle … Sie sehen, die Frage nach der Höhe des benötigten Startkapitals ist komplex. 

Nebenberuflich selbstständig machen ohne Eigenkapital

Vielleicht können Sie der geplanten selbstständigen Tätigkeit zunächst nebenberuflich nachgehen? Auf diese Weise behalten Sie eine sichere Einkommensquelle durch Ihren Hauptberuf. Der Nachteil liegt jedoch auf der Hand: Sie widmen der Entwicklung Ihrer Idee weniger Zeit, zumal Sie garantieren müssen, dass Ihre hauptberufliche Tätigkeit unter der nebenberuflichen nicht leidet. 

Ideen für die Selbstständigkeit: Franchise ohne Kapital

Sie möchten gründen, haben aber selbst keine bahnbrechende Business Idee? In dem Fall könnte Franchise für Sie eine Option darstellen! Bei Franchise-Systemen eröffnen Sie die Filiale eines bereits existierenden Konzerns. Meist wird für die Eröffnung ein finanzieller Eigenanteil von Ihnen verlangt, einige Franchise-Modelle verlangen indes kein Startkapital von Ihnen. Der unbestechliche Vorteil: Sie greifen auf ein bereits erprobtes Geschäftsmodell zurück, die Risiken sind somit geringer.

Bootstrapping: Mit wenig Startkapital in die Selbstständigkeit

Sie arbeiten diszipliniert, vorausschauend und fleißig? Dann ist für Sie unter Umständen das Bootstrapping spannend: Hierbei gründen Sie mit nur sehr wenig Startkapital und entwickeln Ihr Unternehmen nach einem strengen Budgetplan weiter. Wichtig ist, dass Ihr Geschäftsmodell dies erlaubt: Sie sollten schnell erste Gewinne einfahren – den sogenannten Break even point erreichen. Der Vorteil: Falls Sie zu einem späteren Zeitpunkt Investoren gewinnen möchten, zeigen diese sich leicht von dem bisherigen Erfolg Ihres Projekts beeindruckt. 🌟 

Wie kann ich Fremdkapital finden?

Manche Business Vorhaben lassen sich ohne ordentliches Startkapital jedoch nicht umsetzen. In dem Fall müssen Sie sich nach Finanzierungsmöglichkeiten umsehen, sofern Sie selbst nicht bereits im Geld schwimmen. 

Investoren gewinnen

Das klassische Vorgehen: Sie sehen sich nach Investoren für Ihr Unternehmen um. Dafür kommen entweder stille Teilhaber in Frage, die sich finanziell an Ihrem Projekt beteiligen, aber kein Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen einfordern. Sie müssen ihnen jedoch regelmäßig Bericht erstatten!

Oder Sie suchen sich mitwirkende Teilhaber, die über die Zukunft und Entwicklung Ihrer Firma mit entscheiden.

Idealerweise gewinnen Sie Business Angel für Ihr Projekt. Neben dem Kapital bringen sie auch Informationen und ihr Know-how in Ihr Unternehmen ein – ein nicht zu unterschätzender Beitrag! 😇

Crowdfunding

Sie wissen Menschen zu begeistern und mitzureißen? Versuchen Sie es mit Crowdfunding! Überzeugen Sie eine Vielzahl von Investoren davon, einen kleineren Betrag in Ihr Unternehmen zu investieren. Dafür müssen Sie allerdings ein Ziel festlegen, wie viel Startkapital Sie erreichen wollen. Kommt diese anvisierte Fundingsumme nicht zusammen, müssen Sie die gesammelten Beträge wieder zurückzahlen.

Dem gleichen Prinzip folgt Crowdlending – nur handelt es sich hier bei den gesammelten Geldern um Kredite, die Sie später wieder zurückzahlen müssen.

Startkapital durch Freunde und Familie

„Dann frage ich doch mal die Omi”, sagt sich mancher junger Gründer, der selbst nicht viel besitzt. So naheliegend das klingt, als so risikoreich entpuppt sich diese Idee: Wenn sich Ihre Firma nicht wie geplant entwickelt, schmälern Sie im Zweifelsfall die Rente Ihrer Großeltern. 

Insgesamt drohen Konflikte mit Ihnen nahestehenden Personen, wenn Sie geliehenes Geld nicht oder nur später zurückzahlen können. Setzen Sie daher besser auf deren moralischen und beratenden Beistand und suchen Sie für finanzielle Unterstützung lieber externe Investoren. 

Sollten Sie sich beim Start in die Selbstständigkeit dennoch für dieses Modell entscheiden, sollten Sie Ihre Absprachen zuvor vertraglich regeln, um Missverständnissen vorzubeugen. 🖊️

Kann ich staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen?

In jedem Fall sollten Sie die Frage nach staatlicher Förderung prüfen, wenn Sie Ihr Vorhaben in die Tat umsetzen. Gerade bei Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus greift der Staat gerne unter die Arme, um den Start Ihres Business zu vereinfachen. 

Beim Thema Vergabe von Krediten beispielsweise sollten Sie unbedingt an die KfW denken: hier können Sie unter Umständen öffentlich geförderte Kredite aufnehmen. Zum Beispiel profitieren Sie mit dem ERP-Gründerkredit von einem Kredit, bei dem die KfW-Bankengruppe 80 % der Sicherheiten übernimmt. 🛡️

Die einzelnen Bundesländer bieten ebenfalls eigene Förderprogramme. Informieren lohnt sich auch hier.

Wenn Ihnen die notwendigen Sicherheiten fehlen, um einen Bankkredit aufzunehmen, sollten Sie das Angebot der Bürgschaftsbank Ihres Bundeslandes für Kreditnehmer prüfen. Die Bank selbst sowie Bund und Land übernehmen unter Umständen einen Teil des Kreditausfallrisikos. Voraussetzung hierfür ist ein überzeugender Businessplan.

Wie viel Startkapital brauche ich für eine GmbH?

Wie viel Startkapital Sie benötigen, hängt in erheblichem Maße von der Rechtsform ab, in der Sie gründen. Die Rechtsform wählen Sie wiederum nach verschiedenen Kriterien wie Geschäftsmodell, die Beteiligung von Mitgründern oder Investoren, das vorhandene Kapital etc. 

Eine der bekanntesten Rechtsformen ist sicherlich die GmbH: Gründer/innen schätzen sie besonders aufgrund ihrer Haftungsbegrenzung aufs Firmenvermögen. Allerdings sind die Hürden für ihre Gründung nicht unerheblich: mindestens 12.500 Euro müssen am Gründungstag als Startkapital vorliegen und mit der Zeit auf mindestens 25.000 Euro Stammkapital erhöht werden.

Fehlt Ihnen das notwendige Bargeld, können Sie das Start- und Stammkapital für Ihre GmbH auch in Form von Sacheinlagen aufbringen, sprich über eine Sachgründung nachdenken. 

Falls das ebenfalls keine Option darstellt und das nötige Startkapital fehlt, denken Sie über die Gründung einer sogenannten “Mini-GmbH” nach: Bei der UG reicht zum Zeitpunkt der Gründung bereits ein symbolischer Euro als Startkapital aus. Anschließend verbleiben jährlich ein Viertel des Gewinns im Unternehmen, bis 25.000 Euro erreicht sind und Sie Ihre UG optional in eine GmbH umwandeln können.

Natürlich können Sie außerdem ganz andere Rechtsformen für die Gründung Ihres Start-ups in Erwägung ziehen. Freiberuflerinnen und Freiberufler, Einzelunternehmen oder GbRs beispielsweise benötigen keine Kapitaleinlage. Möchten Sie allerdings Investoren beteiligen, eignen sich diese Rechtsformen weniger.

Freie Bahn dank Gründerkonto

Fazit: Auch mit wenig Eigenkapital können Sie Ihre eigene Firma gründen! Es ist nicht einfach, aber möglich. Egal für welchen Weg der Gründung Sie sich entscheiden: Visionen, Fleiß, gut durchdachtes Vorgehen und Geduld sollten nicht fehlen. 

Ebenso wenig wie ein geeignetes Gründerkonto, wie Qonto es beispielsweise anbietet: Buchhaltungs-Tools, Integrationen (z.B. mit DATEV), Stammkapital-Einzahlung und vor allem die Kontoeröffnung in nur 10 Minuten ebnen Ihnen den Weg zu Ihrem eigenen Unternehmen!

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