October 27, 2021 by Qonto

Was Sie über Unternehmenssteuern wissen sollten

Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und viele mehr … Es ist nicht einfach, sich im Dschungel der unterschiedlichen Unternehmenssteuern zurechtzufinden. Wir lichten im Folgenden das Dickicht und erklären die wichtigsten Begrifflichkeiten! 

Bereit?

Qonto ist das ideale Geschäftskonto.

Konto eröffnen

Wer sich mit einem eigenen Betrieb in Deutschland selbstständig macht, muss sehr schnell feststellen, dass es mit einer guten Geschäftsidee allein nicht getan ist. Sie müssen sich nicht nur Gedanken um die Kranken- und Rentenversicherung machen: Spätestens wenn die erste Post vom Finanzamt hereinflattert, kommen häufig Fragen auf. Unter anderem wird eine Vielzahl an Unternehmenssteuern gefordert. Dazu gehören Steuerarten wie Körperschaftsteuer, Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer. Umso günstiger, wenn diese Begriffe keine Fremdwörter mehr für Sie sind! Im Folgenden erklären wir Ihnen, was es mit diesen Steuern auf sich hat.

Was versteht man unter Unternehmenssteuern?

Unternehmenssteuern sind die steuerlichen Abgaben, die Unternehmen in Deutschland für die von ihnen erwirtschafteten Gewinne an den Staat, das Bundesland oder die Gemeinde abzuführen haben. Diese Steuer setzt sich je nach Gewinn und Rechtsform des Unternehmens (siehe auch Besteuerung von Personengesellschaften) aus verschiedenen Steuern zusammen. Die gesamte Steuerbelastung von einem Unternehmen besteht somit aus Verbrauchssteuern und Ertragssteuern nebst Steuern auf die Substanz. In jedem Fall wird eine Steuernummer oder eine Umsatzsteuer-ID benötigt. Wer zum Thema Unternehmenssteuern oder auch zur steuerlichen Absetzbarkeit bestimmter Ausgaben spezielle Fragen hat, sollte den Kontakt zu einem Steuerberater suchen, da es sich um Betriebsausgaben handelt, die als solche geltend gemacht werden können.

Verbrauchssteuern 

Zu den Verbrauchssteuern gehören beispielsweise die Umsatzsteuer und die Grunderwerbssteuer.

Umsatzsteuer 

Die Umsatzsteuern sind die relevanteste Steuerart für die meisten Unternehmen, denn abgesehen von einigen Ausnahmen wird diese auf alle Produkte und Dienstleistungen erhoben. Dabei liegt die Umsatzsteuer bei 19 Prozent und wird gleich auf den Preis der jeweiligen Produkte und Dienstleistungen aufgeschlagen. Zwar schuldet das Unternehmen diese Steuer, doch in Wirklichkeit muss der Verbraucher für sie aufkommen, da sie in der Regel an ihn weitergereicht wird und entsprechend auf der Rechnung erscheint.

Außerdem haben die Firmen die Möglichkeit, den Vorsteuerabzug in Anspruch zu nehmen. Dabei können die Steuerabgaben, die Firmen beispielsweise auf Lieferantenrechnungen entrichten, direkt von den zu zahlenden Umsatzsteuern einbehalten werden.

Inhaber eines Kleingewerbes müssen keine Umsatzsteuer zahlen, was auf ausgestellten Rechnungen entsprechend vermerkt ist.

Grunderwerbssteuer

Diese wird nur fällig, wenn Unternehmen Grundstücke für eine betriebliche Nutzung kaufen. Somit ist die Grunderwerbssteuer im laufenden Betrieb kein aktiver Posten. Wenn ein Betrieb aber Grundstücke kauft, so zahlt dieser, wie auch Privatpersonen, 3,5 bis 6,5 Prozent vom Kaufpreis als Grunderwerbssteuer. Die Höhe des Satzes kann jedes Bundesland individuell festlegen. In Bayern ist er mit 3,5 Prozent am günstigsten, während beispielsweise NRW zu den Bundesländern mit dem teuersten Steuersatz zählt.

Ertragssteuern

Dazu gehören vor allem:

  • Einkommensteuern oder Körperschaftsteuern,
  • Gewerbesteuern und
  • Solidaritätszuschlag.

Die Rechtsform der Firma entscheidet darüber, welche Steuerart sie zu entrichten hat. Die Körperschaftsteuern beziehen sich nur auf juristische Personen wie AGs und GmbHs, die Einkommensteuer hingegen betrifft immer natürliche Personen.

So haben Kapitalgesellschaften Körperschaftsteuern zu zahlen, die Verantwortlichen von Personengesellschaften und Einzelunternehmen müssen Einkommensteuern entrichten. 

  • Die Berechnung der Körperschaftssteuern ist in Deutschland ganz einfach, da diese immer 15 % vom zu versteuernden Einkommen ausmachen.
  • Die Einkommensteuer dagegen hängt von der Einkommenshöhe ab, die versteuert werden muss. Dabei kommen Formeln zur Anwendung, bei denen man bei höherem Einkommen prozentual mehr bezahlen muss. Im Rahmen des Einkommenssteuergesetzes werden diese Formeln jedoch regelmäßig angepasst.
  • Zu den Einkommens- und Körperschaftssteuern kommt noch der Solidaritätszuschlag. Über dessen Abschaffung wird zwar immer wieder diskutiert, aber auch 30 Jahre nach dessen Einführung, anlässlich der Deutschen Einheit, ist dieser noch immer gültig. Dieser „Soli“ beträgt 5,5 % des zu entrichtenden Steuerbetrags. Demnach liegt er bei der Körperschaftssteuer einheitlich bei 5,5 % x 15 %. Das ergibt 0,825 %. Weil die Einkommenssteuern, wie bereits erwähnt, je nach den individuellen Einkommenshöhen variieren und von diesen abhängig sind, variiert demnach auch die Solihöhe.

Während für„Solis“, Einkommenssteuern und Körperschaftssteuern einheitlich und bundesweit jeweils der gleiche Steuersatz gilt, schwankt die Gewerbesteuer betragsmäßig von Gemeinde zu Gemeinde. Alle Unternehmen müssen diese steuerlichen Abgaben bezahlen. Ausgenommen davon sind lediglich Forst- und Landwirte sowie Freiberufler. Da die verschiedenen Gemeindebezirke eigenverantwortlich über den jeweiligen Gewerbesteuer-Hebesatz entscheiden dürfen, kann dieser tatsächlich stark schwanken. Dabei sind mindestens 7 % zu zahlen. Aktuell werden in Deutschland Gewerbesteuersätze von 10,5 % bis 17,5 % erhoben. Deshalb sollten Betriebe auf Standortsuche sich diesbezüglich informieren, denn ein Vergleich kann sich lohnen. So kann in manchen Bezirken aufgrund der geringeren Gewerbesteuersätze mehr oder weniger an Geld gespart werden.

Steuern auf die Substanz

Wesentlich sind hier:

  • Grundsteuer sowie
  • Erbschafts-und Schenkungssteuer.

Was versteht man unter der Grundsteuer?

Die Grundsteuer betrifft den Grundbesitz wie Gebäude und Grundstücke. Sie muss grundsätzlich von den jeweiligen Eigentümern gezahlt werden. Wird der Grundbesitz vermietet, kann die Grundsteuer auch auf die Betriebskosten von Mietern umgelegt werden. Außer diesen Wohngrundstücken unterliegen ebenfalls die gewerblich genutzten Flächen und Grundstücke in der Land- sowie der Forstwirtschaft dieser Grundsteuer.

Bedeutung der Grundsteuer für Städte und Gemeinden

Da die über die Grundsteuer erzielten Einkünfte ausschließlich den Gemeinden und Städten zufließen, gehört sie zu deren wichtigsten Einnahmequellen. Man geht davon aus, dass die Grundsteuer derzeit jährlich etwa 15 Milliarden Euro ausmacht. Diese Mittel werden von den Kommunen benötigt, um Kitas, Schulen, Büchereien und Schwimmbäder zu finanzieren und um in die örtliche Infrastruktur wie beispielsweise in Brücken, Straßen und Radwege investieren zu können. Die Grundsteuer ist in jeder Ortsgemeinde von den dort geltenden Hebesätzen abhängig und muss von jedem Grundstücksbesitzer entrichtet werden.

Reformation der Grundsteuer

Allerdings müssen die gesetzlichen Regelungen zur Grundsteuer reformiert werden: Das Bundesverfassungsgericht hat das jetzige System der grundsteuerlichen Bewertung für verfassungswidrig erklärt, da es gegen die garantierte Gleichbehandlung, die im Grundgesetz verankert ist, verstoße. Deshalb wurde entschieden, in nächster Zukunft eine Neuregelung zu treffen. In der jetzigen Form bleibt das System übergangsweise noch bis zum 31.12.2024 bestehen. Ab dem 01.01.2025 muss eine gesetzliche Neuregelung in Kraft treten.

Erbschafts- und Schenkungssteuer

Diese fällt, genau wie die Grunderwerbssteuer, nur in Sonderfällen an und stellt daher keine regelmäßige Ausgabe für einen Betrieb dar.

Wie hoch ist der deutsche Unternehmenssteuersatz?

Nachdem nun alle einen Betrieb betreffenden Steuern betrachtet wurden, stellt sich die Frage, wie hoch diese Abgaben insgesamt eigentlich sind. Auf die Ziffer genau kann das nicht beantwortet werden. Denn je nach Bundesland, Gemeinde und den jeweiligen Rechtsformen kann die Steuerlast durch den Erwerb oder Besitz von Grundstücken ganz unterschiedlich ausfallen. Man kann jedoch einen Unternehmenssteuersatz für Kapitalgesellschaften annehmen, der bei etwa 30 % liegt.

Unternehmenssteuersätze in Deutschland und der EU

Es lohnt sich, weitere Informationen über die verschiedenen Unternehmenssteuersätze in den unterschiedlichen Bundesländern und Kommunen einzuholen. Auch weitere Vergleiche zwischen den EU-Ländern können sich durchaus lohnen, wenn ein Unternehmen über die Landesgrenzen hinaus expandieren möchte. So kann eine Unternehmensverlagerung an einen anderen Standort für Betriebe und Personengesellschaften eine erhebliche finanzielle Entlastung mit sich bringen.

Digital, flexibel, modern: Behalten Sie mit Qonto jederzeit den Überblick

Ihr Geschäftskonto geht mit smarten Buchhaltungs-Tools einher. Mit der Qonto App lassen sich Belege schnell zuordnen, Mehrwertsteuersätze werden automatisch ermittelt. Ihre Business-Finanzen können Sie zentral verwalten – egal wo Sie sind!

Konto eröffnen