September 21, 2020 by Qonto

Spesenabrechnung LKW Fahrer – Vordruck nicht mehr nötig

LKW-Fahrer sind oft länger als acht Stunden täglich auf Tour. Für die Verpflegung erhalten sie seit Januar 2020 Pauschalen – das vereinfacht die Abrechnung.

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Die geltenden Verpflegungspauschalen, auch bekannt als Spesen, wurden ab dem 1. Januar 2020 erhöht. Betrugen die Spesen (auch: Auslöse) bis Ende letzten Jahres 12 Euro bei mehr als acht Stunden sowie 24 Euro bei über 24-stündiger Abwesenheit, so wurden diese Spesen respektive auf 14 Euro (kleine Pauschale) und 28 Euro (große Pauschale) erhöht. Die kleine Pauschale gilt dabei auch für einen Tag der An- oder Abreise. 

Diese neuen Spesenpauschalen und Übernachtungskostenpauschalen gelten nur für Tätigkeiten innerhalb Deutschlands. Ist der Fahrer international tätig, so gelten je nach Land andere Auslandsspesen. Das Bundesfinanzministerium hat dafür, wie in jedem Jahr, die Pauschalspesen für Auslandsreisen angeglichen. Diese können einer gesonderten Tabelle entnommen werden und stehen auf der Seite des Bundesfinanzministeriums auch zum Download bereit. Pauschal werden die Zeiträume 8 bis 14 Stunden und mehr als 24 Stunden bewertet. Für den Zeitraum 8 bis 14 Stunden gibt es seit 2014 keine gesonderte Spesenregelung mehr.

Was versteht man unter einem Verpflegungsmehraufwand?

Mit dem Verpflegungsmehraufwand bezeichnet man die Aufwendungen, die dem Arbeitnehmer bei seiner Dienstreise an Verpflegungs- und Unterkunftskosten entstanden sind. Statt der tatsächlich angefallenen Beträge können auch Pauschbeträge als Werbungskosten angesetzt werden.

LKW-Fahrer: Vorteile Pauschalen für den Verpflegungsmehraufwand 

Berufsfahrer erhalten die Pauschalen zusätzlich zum Lohn und beziehen diesen Betrag netto. Dadurch wird die Jahressteuererklärung einfacher. Fahrer hatten bisher beim Übernachten im LKW alle Kosten, Gebühren fürs Parken, Duschen oder auch Toilettennutzung einzeln nachzuweisen oder zu schätzen. Dabei wurden bei einer Schätzung bis zu 5 € pro Tag anerkannt. Da der Fiskus aber seit dem 01.01.2020 einen Pauschalbetrag von 8 € am Tag anerkennt, sind nun keine Belege mehr zu sammeln oder Eigenbelege erstellen. Wer auf höhere Aufwendungen kommt, muss diese dann auch wieder einzeln nachweisen. 

Auch für Arbeitgeber haben die Pauschalen Vorteile: Aufgrund der Pauschalversteuerung spart sich dieser seinen Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.

Übernachtungspauschale für LKW-Fahrer

Dafür können geltend gemacht werden:

  • 8 Euro pro Tag/Nacht ab dem 01.01.2020. Dabei geht man allgemein davon aus, dass der Berufsfahrer in der Schlafkabine des von ihm gefahrenen LKWs übernachtet.
  • Der Arbeitgeber kann seinem Fahrer aber noch zusätzlich zu seiner Übernachtungspauschale 5 Euro zahlen. Als Grundlage dafür dienen die geschätzten Nebenkosten für Übernachtungen in der Schlafkabine, die anhand des Fahrtenbuches ermittelbar sind und auf die maximal 5 Euro je Kalendertag Anspruch erhoben werden kann.
  • Diese Übernachtungspauschalen gelten innerhalb Deutschlands, und zwar ganz unabhängig davon, ob dem LKW-Fahrer diese Übernachtungskosten wirklich entstanden sind.
  • Bei nachweisbaren Mehrkosten sind diese vom Arbeitgeber absetzbar, haben jedoch keine Auswirkungen auf das Gehalt des Fahrers.

Ist der Betrieb zur Spesenzahlung verpflichtet?

Generell hat der Truckerfahrer keinen Anspruch darauf, dass die Reisekosten beziehungsweise seine unterwegs entstehenden Verpflegungsmehraufwendungen vom Betrieb übernommen werden. Das heißt, dass der Arbeitnehmer tatsächlich nach dem Gesetz keinen Anspruch darauf hat, dass ihm sein mit der Fahrt beauftragender Betrieb die Reise- und Übernachtungskosten, den Verpflegungsmehraufwand beziehungsweise Spesen und Auslöse zahlt. Allgemein ist es jedoch üblich, dass die Firma die gesetzliche Verpflegungspauschale und die Übernachtungskosten erstattet. Verpflichtet dazu ist der Betrieb aber nur dann dazu, wenn das im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag des Beschäftigten entsprechend vereinbart wurde.

Wenn der Chef die Spesen nicht erstattet

In diesem Fall kann der Führer vom LKW in seiner Jahressteuererklärung des Folgejahres auf die sogenannten Pauschalsätze Anspruch erheben. Damit das etwas einfacher geht, findet man Formulare dafür im FMS (Formular Management System) der Bundesfinanzverwaltung zum Download. Dort braucht jeder nur seine entstandenen Aufwendungen in die dafür vorgefertigten Spalten einzutragen. Das vereinfacht das Ausfüllen der Steuererklärung und man kann im Gegenzug sicher sein, nicht Wichtiges vergessen zu haben. Diese Vorlagen gibt es auch als Excel-Reisekostenabrechnungen. Die Vorlagen für die Reisekostenabrechnungen fürs Finanzamt sind erfreulicherweise kostenfrei.

Gewerbetreibende und Freiberufler

Diese Regelungen sind auch analog von Gewerbetreibenden und Freiberuflern anzuwenden. In einem solchen Fall sind die entstandenen Aufwendungen als Betriebsausgaben zu deklarieren. Bei der Reisekostenabrechnung 2020 sind die entsprechenden Änderungen zu beachten. Auch Reisekostenabrechnungsformulare für das Ausland sind erhältlich.

Erfolgt die Auszahlung der Spesen steuerfrei?

Zahlt die Firma Reisekosten und erstattet diese ebenfalls wie die Spesen im Rahmen des Bundesreisekostengesetzes, dann müssen diese Zahlungen auch nicht auf der betreffenden Gehaltsabrechnung steuerlich berücksichtigt werden. In der Steuererklärung des Arbeitnehmers brauchen diese deshalb nicht angegeben werden. Tauchen diese jedoch in der Gehaltsabrechnung auf, dann ist es wichtig, dass diese Zahlungen als steuerfrei codiert werden. Nur dann sind darauf keine Steuern zu zahlen. Sollte ein Steuerbescheid dahingehend Fehler aufweisen, kann selbstverständlich Einspruch erhoben werden. 

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