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GmbH Mindeststammkapital – was Sie wissen sollten

March 18, 2022 by Qonto Deutschland

Sie spielen mit dem Gedanken, eine GmbH zu gründen, doch Sie sind sich unsicher, wie viel Kapital Sie dafür aufbringen müssen? Außerdem haben Sie Schwierigkeiten, sich im Dschungel der Begrifflichkeiten zurechtzufinden? Wir bringen Licht ins Dunkel! Lesen Sie im Folgenden, was Sie zum Thema wissen sollten!

GmbH Kapital: Mindestkapital und Stammkapital

GmbH-Mindestkapital, Stammkapital, Mindeststammkapital, Geschäftsführer, Bareinlagen oder Sacheinlagen – bei all den unterschiedlichen Begriffen kann man schon mal durcheinander kommen. Damit Sie klar und strukturiert Ihre GmbH-Gründung angehen können, haben wir diese Begrifflichkeiten für Sie auf den Punkt gebracht. 

Wie bezeichnet man das Mindestkapital einer GmbH noch?

Das Mindestkapital einer GmbH oder GmbH-Eigenkapital wird auch als Mindeststammkapital bezeichnet und beträgt 25.000 Euro. Die Summe wird im Gesellschaftsvertrag geregelt. Das Mindestkapital ist ein garantierter Betrag, bis zu dem die GmbH in jedem Fall haften muss. Zum Gründungszeitpunkt reicht die Hälfte dieses Betrags aus. Sie müssen somit zunächst 12.500 Euro aufbringen. Ohne dieses Eigenkapital ist die Gründung einer GmbH nicht möglich. 

Sie verfügen nicht über das nötige Geld? Lesen Sie hier, wie Sie auch ohne Kapital Gründer Ihres eigenen Unternehmen werden können.

Was ist das Stammkapital?

Das Stammkapital ist die Summe aller Stammeinlagen der Gesellschafter. Es kann höher ausfallen als das Mindeststammkapital. Schließlich steht es Ihnen als Gründer frei, auch einen höheren Betrag als das Mindestkapital in Ihre GmbH einzuzahlen. Das kann gegenüber Geschäftspartnern, gegenüber Gläubigern aber auch bezüglich Ihrer Kreditwürdigkeit positive Auswirkungen haben und kann verhindern, dass eine spätere Kapitalerhöhung notwendig wird.

Das sollten Sie über die Stammeinlage wissen

Bareinlagen, Sacheinlagen, die Rolle des Gesellschaftsvertrags ... Erfahren Sie mehr!

Wie hoch muss das Stammkapital einer GmbH sein? Und was die GmbH-Einlage?

Die Stammeinlage ist der von einem Gesellschafter geleistete Anteil am Stammkapital. Sie zeigt in Prozent, welchen Anteil ein Gesellschafter am Stammkapital der GmbH erworben hat, was sich auch auf das Stimmrecht in der Gesellschafterversammlung auswirkt. Die Gesellschafterversammlung erfolgt gemäß § 49 des GmbHG durch die Geschäftsführer. Bei Errichtung der Gesellschaft ist es den Gesellschaftern möglich, mehrere Geschäftsanteile zu übernehmen (siehe GmbHG § 5) . Die Stammeinlagen der Gesellschafter entsprechen in Summe dem Stammkapital der GmbH. 

Meist werden diese Einlagen in Bar eingebracht, können aber von jedem Ihrer Gesellschafter auch in Form einer Sacheinlage oder einer Mischung aus Bar- und Sacheinlage geleistet werden. Als Gesellschafter ist es für Sie ratsam, Ihre Stammeinlagen so schnell wie möglich auf das Bankkonto einzuzahlen, denn bevor diese eingezahlt sind kann Ihre Firma nicht in das Handelsregister eingetragen werden und Sie haften währenddessen auch mit Ihrem privaten Vermögen. 

Kapitaleinlage oder Sacheinlage? Wie viel Kapital braucht man für eine GmbH?

Die Höhe der Stammeinlage jedes Gesellschafters wird im Gesellschaftsvertrag schriftlich geregelt. Bei jeder Änderung sind Sie in der Pflicht, auch den Vertrag entsprechend anzupassen. Entscheiden Sie sich für eine Bareinlage, muss jeder Gesellschafter 25 % seiner Stammeinlagen aufbringen, bis 50 % des Mindeststammkapitals in Höhe von 12.500 € erbracht sind. Sacheinlagen müssen Sie in der Satzung der Gesellschaft gesondert nennen. Diese müssen in ihrem vollen Wert eingebracht werden, welcher im Vorfeld ermittelt werden muss – z. B. durch einen Sachverständigen. Sacheinlagen einer GmbH können beispielsweise Immobilien, Fahrzeuge, Grundstücke, Maschinen, Lizenzen oder Beteiligungen am Unternehmen sein.

Haftung, Grundkapital, Gesellschafter: Das sind die Vorteile einer GmbH

Soviel zunächst zu den Begriffserklärungen rund ums Mindeststammkapital. Doch welche Gründe sprechen überhaupt für die Entscheidung zu einer GmbH? Sehen Sie hier die Vorteile der beliebten Rechtsform im Überblick: 

  • Die Haftung einer GmbH ist auf das Stammkapital der GmbH beschränkt. Im Falle einer Insolvenz haften Sie nicht über Ihre Stammeinlage hinaus mit Ihrem gesamten Vermögen.
  • GmbH-Einlagen: Neben GmbH Bareinlagen können Einlagen auch in Form von Sacheinlagen als Stammkapital eingebracht werden.
  • Beteiligungen sind leicht übertragbar und eine Veräußerung ist unkompliziert.
  • Der Wechsel von Gesellschaftern ist ohne großen Aufwand möglich.
  • Es gibt einen hohen Spielraum in der Gestaltung des Gesellschaftsvertrags.
  • Als Einzelperson können Sie eine 1 Mann GmbH gründen.
  • Als Gesellschafter können Sie sich von Ihrem eigenen Unternehmen anstellen lassen.
  • Personalkosten reduzieren den zu versteuernden Gewinn am Ende des Jahres.
  • Juristische Personen können ebenso Gesellschafter sein.
  • Sie können einen fremden Geschäftsführer bestellen.
  • Auch natürliche Personen anderer Staatsangehörigkeit können Gründer oder Gründerin einer GmbH werden. 
  • Mit einer GmbH profitieren Sie von steuerlichen Vorteilen.
  • Die Rechtsform GmbH genießt international ein hohes Ansehen.
  • Eine GmbH schafft Vertrauen und damit Wettbewerbsvorteile.

Sie ist eine eigene Rechtspersönlichkeit.

Ein-Personen-GmbH oder mehrere Gesellschafter: So einfach ist eine GmbH gegründet

Sie wollen nicht länger von Ihrer eigenen Firma träumen, sondern endlich ins Handeln kommen? Dann legen Sie am besten noch heute los. Sie haben für die Gründung Ihrer GmbH nur einen Gesellschafter? Kein Problem! Die Gründung einer GmbH kann auch ohne weitere Gesellschafter in Form einer Ein-Personen-GmbH erfolgen. Doch egal ob allein oder als Zusammenschluss mehrerer Gesellschafter – die GmbH benötigt für ihre Gründung in jedem Fall einen schriftlichen und notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag. Darin steht u.a.: 

  • Name der Gesellschaft (Firma) 
  • Unternehmensgegenstand (Tätigkeitsbereich) 
  • Sitz der Gesellschaft 
  • Höhe des Stammkapitals 
  • Stammeinlage jedes Gesellschafters
  • Zeitliche Beschränkungen und andere Verpflichtungen 

Übrigens können Sie auch Ihre Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz: UG (haftungsbeschränkt) in eine GmbH umwandeln. Mehr dazu erfahren Sie hier. Und wenn Sie sich noch nicht für eine Rechtsform entschieden haben, dann wird Sie diese Seite mit Informationen zu den Unterschieden zwischen GmbH und Unternehmergesellschaft (UG) interessieren.

Das ist zunächst das Wichtigste, was Sie über das Mindeststammkapital, das Stammkapital, die Stammeinlage und die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung wissen sollten. Doch zum Schluss beantworten wir noch eine wichtige Frage, die Ihnen vielleicht schon die ganze Zeit unter den Nägeln brennt. 

Kann man eine GmbH mit 12.500 Euro gründen? Was passiert mit dem Stammkapital bei einer GmbH?

Auf diese Frage gibt es eine klare Antwort: Ja, das ist definitiv möglich. Denn nach §7 Abs. 2 GmbHG (GmbH-Gesetz) sind 12.500 Euro und somit die Hälfte des Stammkapitals mindestens notwendig, um eine GmbH ordnungsgemäß zu gründen und die Eintragung in das Handelsregister vorzunehmen. Bis zum Erreichen der vollen Einlage von mindestens 25.000 Euro haften alle Gesellschafter für den ausstehenden Differenzbetrag gesamtschuldnerisch. 

Final entsteht die GmbH mit der Anmeldung bzw. Eintragung in das Handelsregister. Dafür müssen Sie den Gesellschaftsvertrag der GmbH und die Anmeldung ins Handelsregister notariell beurkunden lassen und ein Bankkonto eröffnen, auf das Sie die Einzahlung des Mindeststammkapitals der GmbH vornehmen. Bis Sie diesen Betrag eingezahlt haben, ist Ihre GmbH eine Vor-GmbH bzw. eine GmbH in Gründung.

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