June 10, 2020 by Qonto

Welche Steuern müssen Unternehmer in Deutschland zahlen?

Unternehmer und Selbstständige in Deutschland müssen je nach Rechtsform ihres Business unterschiedliche Steuern zahlen. Wir geben im Folgenden einen Überblick über die verschiedenen Steuerarten und -sätze.

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Wer sich als Gründer in Deutschland selbstständig macht und damit ein Unternehmen betreibt, muss in der Regel Steuern an das Finanzamt zahlen (außer er verdient kaum etwas). Es dürfte klar sein, dass die vielen unterschiedlichen Unternehmen nicht dieselben Steuern zahlen. Tatsächlich hängt es von der jeweiligen Unternehmensform ab, welche Steuerarten zu welchem Steuersatz erhoben werden müssen.

Die Gesellschaftsformen

Grundsätzlich werden in Deutschland folgende Arten von Gewerbe bzw. Gesellschaftsformen unterschieden:

- Personengesellschaften wie eine GbR oder OHG, die jeweils von mindestens zwei Kaufleuten gegründet werden müssen

- Kapitalgesellschaften, beispielsweise eine GmbH oder AG. Dabei handelt es sich um eine juristische Person, also keine Privatperson.

- Einzelunternehmer wie Freiberufler (Anwälte, Ärzte, Schriftsteller und Journalisten), Einzelkaufleute und Betreiber eines landwirtschaftlichen Betriebs

Die Steuerarten

Jede Kategorie zahlt Unternehmenssteuern, die aber teilweise nicht identisch sind. So fallen bei Personengesellschaften

- Einkommensteuer

- Gewerbesteuer

- und Umsatzsteuer

an. Bei Kapitalgesellschaften sind es

- Gewerbesteuer

- Körperschaftssteuer und

- Umsatzsteuer.

Einzelkaufleute zahlen

- Einkommensteuer und

- je nach Einstufung Umsatzsteuer.

Zu der Einkommensteuer sind als weitere Steuern der Solidaritätszuschlag und je nach Zugehörigkeit eventuell eine Kirchensteuer zu entrichten.

Die Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird auch als Mehrwertsteuer bezeichnet. Diese Steuern werden von jedem Endverbraucher bezahlt. Vom Unternehmer wird die Umsatzsteuer dem Kunden in Rechnung gestellt. Auf der Rechnung muss dabei die Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID erscheinen. Anschließend wird sie dann als durchlaufender Posten an das Finanzamt abgeführt. Sie beträgt in der Regel

- 19 Prozent,

- ermäßigt 7 Prozent, beispielsweise bei Lebensmitteln und Büchern.

Wer von der Kleinunternehmerregelung profitiert, muss die Umsatzsteuer nicht entrichten, was auch mit Unterschieden in der Rechnungsstellung einhergeht.

Derzeit wird sie aufgrund der Corona-Krise zumindest bis Jahresende 2020 auf 16 bzw. 5 Prozent gesenkt.

Die Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer wird von den Kommunen erhoben und muss fristgerecht entrichtet werden, um beispielsweise die Unterhaltung der Straßen mit der gewerblichen Nutzung auszugleichen. Die Berechnung der Gewerbesteuer ist ausgesprochen kompliziert, unter anderem, da die Kommunen zu verhindern suchen, dass Unternehmen an preiswertere Standorte abwandern.

Die Einkommensteuer

Die Einkommensteuer gehört zu den üblichen und wichtigsten Steuern für Privatpersonen. Sie wird vom Unternehmer auf den Gewinn gezahlt, dessen Höhe sich aus der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben errechnet. Dies ist das zu versteuernde Einkommen, das gleichzeitig die Lebensgrundlage darstellt. Der Berechnung für die Einkommenssteuer liegt ein Existenzminimum zugrunde, darüber gilt ein Steuersatz von 14 Prozent. Dieser Betrag steigt progressiv an bis auf eine Höhe von 42 Prozent bei einem zu versteuernden Einkommen von etwas mehr als 53.000 Euro. Erst ab etwas mehr als 250.000 Euro steigt dieser Betrag auf 45 Prozent an.

Die Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer für große Unternehmen in Deutschland entspricht der Einkommensteuer für Einzelkaufleute. Auch sie resultiert aus dem Gewinn. Personengesellschaften müssen diese Steuern nicht entrichten.

Der Solidaritätsbeitrag

Die Gewinne bei jedem Einzelunternehmer sind die Grundlage zur Berechnung für den Solidaritätszuschlag. Derzeit müssen 5,5 Prozent auf diese Gewinne abgeführt werden.

Fazit

Es ist deutlich geworden, dass sich jeder Gründer gut überlegen muss, welche Unternehmensart er für sein Unternehmen wählen sollte und wie er sich steuerliche Vorteile sichern kann. Es gibt für die Entscheidung für jede Rechtsform gute Gründe. Wer als Unternehmer seine Steuerlast schätzen möchte, kann dafür eine professionelle Software wählen, allerdings muss man diese auch bedienen können; einfacher kann es sein, mit einem Steuerberater über die Steuern zu sprechen. Die Software wie auch Kosten für die Beratung (sowie weitere Posten wie beispielsweise Beiträge zur privaten Altersvorsorge) können bis zu 100 Prozent bei der Steuer abgesetzt werden.

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