June 04, 2020 by Qonto

Was bedeuten Soll und Haben in der Buchhaltung?

Soll und Haben sind zentrale Begriffe aus der kaufmännischen Kontoführung. Wer zur doppelten Buchführung verpflichtet ist, sollte ihre Bedeutung kennen.

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Die Begriffe Soll und Haben gehören nicht nur zum Fachjargon der Buchhalter, sondern auch jeder Kontoinhaber kennt sie (siehe auch Verrechnungskonto). Auf der Soll-Seite stehen alle Abgänge wie Miete und Versicherungen, auf der Haben-Seite alle Zugänge wie Gehalt und Mieteinnahmen. Hier entsprechen die beiden Seiten des Kontos tatsächlich den beiden Wörtern Soll und Haben in ihrer ursprünglichen Bedeutung und der Kontoauszug listet jeden Vorgang auf.

Die doppelte Buchführung

In der doppelten Buchführung, wie sie die Buchhaltung als Teilbereich im Rechnungswesen betreibt, werden Buchungen jeweils einem bestimmten Konto zugeordnet (Kontieren als Etappe nach der vorbereitenden Buchhaltung). Bei diesen unterschiedlichen Konten gibt es folgende Gemeinsamkeiten:

• Soll bezeichnet immer die linke Seite des Kontos, Haben die rechte Seite.

• Der wichtigste Buchungssatz lautet: Es wird stets von Soll nach Haben gebucht.

Für Selbstständige (Kleinunternehmer und Freiberufler) trifft die doppelte Buchführung nicht zu; sie sind lediglich zur vereinfachten Form der Buchhaltung angehalten.

Die Buchungskonten

Die Begrifflichkeit, dass Soll negativ und Haben positiv besetzt sind, stimmt auf einem solchen Konto nicht immer. Insofern muss jeder, der sich mit der (vorbereitenden) Buchhaltung beziehungsweise Buchführung beschäftigt, umlernen, um Fehler bei der Zuordnung von Buchungen zu vermeiden. Außerdem werden in der doppelten Buchführung immer zwei Konten angesprochen. So zieht jeder Buchungssatz mehrere Buchungen nach sich. Ein gutes Beispiel ist Inventar, das einerseits angeschafft, andererseits abgeschrieben wird. Die Kontostände Soll und Haben müssen im Übrigen stets ausgeglichen sein und am Jahresende muss die Bilanz stimmen.

Definition der Begriffe

Die beiden großen Kontogruppen lauten Bestandskonten und Erfolgskonten. Sie können jeweils weitere Unterkonten aufweisen. Außerdem werden sie unterteilt:

• Bestandskonten in Aktivkonto und Passivkonto

• Erfolgskonten in Ertragskonten und Aufwandskonten

Ein Aktivkonto beinhaltet die Firmensachwerte, das Passivkonto Eigen- und Fremdkapital.

Auf ein Ertragskonto werden Vertriebserlöse und Vermögenszuwächse gebucht, auf ein Aufwandskonto kommen alle Kosten, die das Vermögen vermindern.

Vorgänge, die keinen Einfluss auf den unternehmerischen Erfolg haben, werden auf das Bestandskonto gebucht.

Wo steht was?

Jeder Euro, ob Zugänge oder Abgänge, Verbindlichkeiten oder Forderungen, muss daher zugeordnet werden, und zwar jeweils auf den richtigen Konten und sowohl im Soll wie im Haben. Der Satz „Soll an Haben“, zum Beispiel „Kasse an Bank“, bedeutet, dass der Betrag zuerst auf dem Kassenkonto links im Soll und anschließend auf dem Bankkonto rechts im Haben notiert wird.

Die Bücher

Welche Buchungskonten eine Firma hat, hängt von der Art des Unternehmens ab. Sortiert wird jede Buchung nach den Büchern, mit denen die Buchhaltung arbeitet. 

Es handelt sich dabei um:

• das Grundbuch

Hier werden Buchungen in ihrer zeitlichen Reihenfolge notiert.

• das Hauptbuch

Im Hauptbuch werden Sachkonten geführt, hier wird also eine sachliche Einordnung der Buchungen vorgenommen.

• die Nebenbücher

Sie unterscheiden die einzelnen Bereiche des Hauptbuchs, zum Beispiel die Lohnbuchhaltung.

Fazit

Die Buchführung eines kleinen wie großen Unternehmens, beispielsweise eines Online Shops, ist nicht so einfach wie die Soll- und Haben-Auflistung beim privaten Konto und sie wird auch anders angewandt. Die Begriffe Soll und Haben bekommen hier eine neue Bedeutung und haben mit den ursprünglichen Bedeutungen Minus und Plus, wie sie vom privaten Girokonto her bekannt sind, nichts zu tun.

Die Abschlüsse

Zudem gilt: Jede Seite eines unternehmerischen Kontos muss am Ende ausgeglichen werden, daher wird hier jeweils ein Ausgleichssaldo in Euro gebildet. Die Abschlüsse der Bestandskonten finden am Ende Eingang in die Schlussbilanz, die der Erfolgskonten gehen in die Gewinn- und Verlust-Rechnung (GuV) sowie in die Bilanz des Eigenkapitalkontos ein.

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