November 03, 2021 by Qonto

Zahlung per Karte – welche Gebühren ergeben sich für den Händler?

Die Kreditkarte ist ein beliebtes Zahlungsmittel für Einkäufe im Geschäft. Sollte deshalb jeder Händler ein Kartenlesegerät führen? Welche Gebühren sind mit der Einrichtung der Kartenzahlung im Geschäft verbunden?

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Jeder Shop, ob Online- oder Einzelhandel, möchte den Käufern den Bezahlvorgang so komfortabel und sicher wie möglich gestalten, denn das fördert den Umsatz. Die Kartenzahlung, ob mit Kredit-, Debit- oder Prepaidkarte, ist längst das am meisten favorisierte Zahlungsmittel (mehr als 48 Prozent, Tendenz steigend) und hat das Bargeld in seiner Beliebtheit abgelöst und sogar bereits überholt. Deshalb sollten auch kleine Geschäfte ernsthaft darüber nachdenken, das Zahlen per Karte anzubieten, um weiter für die Kunden attraktiv zu bleiben. Ob Wocheneinkauf, Automiete, Hotelbuchung oder eine Rückbuchung infolge von Stornierungen – die Karte kommt in Alltag immer häufiger zum Einsatz; manche Verbraucher führen und beantragen sogar mehrere Karten (wie auch Partnerkarten), zum Beispiel um von den Vorteilen verschiedener Co-Branding Kreditkarten zu profitieren. Zahlungen mit der Kreditkarte bedeuten aber für den Händler auch verschiedene Kostenfaktoren und Gebühren, über die sich jeder klar werden sollte, bevor er die Kartenzahlung (Kreditkartenakzeptanz) einführt. Allgemein kann man jedoch sagen, dass die Unkosten nicht so hoch sind, wie manche befürchten. Wer dabei den richtigen Dienstleister wählt, hält die entstehenden Kosten dafür überschaubar und kann seinen Kunden durch das kontaktlose Zahlen einen gesteigerten Service bieten. Dabei ist zu bedenken, dass das tägliche Einzahlen der Einnahmen bei der Bank ebenfalls mit Gebühren verbunden ist und schon gar nicht komfortabel, sondern aufwendig ist. Nicht lohnenswert ist übrigens die Einführung des GeldKarten-Systems (Girogo) im Shop, da diese Karten kaum mehr Verwendung finden.

Diese Kreditkartengebühren für Händler entstehen

Es entstehen einmalige Anschaffungskosten für die Einrichtung des Kartenlesegeräts. Dazu gehören auch die Terminalkonfiguration, der Versand des Gerätes und die Verbindung mit den jeweiligen Bankkonten.

  • Fixkosten Miete: Je nach Terminal entsteht ein monatlicher Grundpreis zwischen 5 und 15 €. Vor allem bei einem sehr niedrigen Monatspreis sollte man acht geben, da hier oft versteckte Gebühren im Angebot enthalten sind, die die günstige Grundgebühr oftmals wieder überwiegen.Service: Andere monatliche Kostenfaktoren (zwischen 5 und 10 Euro) fallen für den dauerhaften Betrieb, kostenlose Hotline und regelmäßige Updates an.
  • Variable Kartenkosten / Gebühren für Transaktionen: Für jede Inanspruchnahme des Kartenzahlungsgeräts werden sonstige Gebühren (zwischen 7 und 12 Cent für Transaktionen) fällig. Dabei ist es gleichgültig, ob dabei eine Mastercard, Visa oder weitere Kreditkarten genutzt werden. EC-Gebühren: Die EC-Karte, Girocard, ist in Deutschland sehr beliebt und wird allgemein von der jeweiligen Hausbank des Kunden vergeben. Diese nutzt das sichere PIN-Verfahren, bei dem auch der Händler hundertprozentig sein Geld erhält. Dabei wird jeweils zwischen 0,23 bis 0,30 Prozent des jeweiligen Zahlbetrags berechnet.
  • Disagio der Kreditkarten: Für die vielen Anbieter, wie beispielsweise Mastercard, Visa, American Express (geschäftlich oder privat), fallen etwas höhere Einsatzgebühren an als für die EC-Karten. Da aber der Einsatz dieser Kreditkarten stark steigend ist, sollten auch diese den Kunden für Zahlungen angeboten werden. Die Kreditkartengebühren für Händler betragen dabei zwischen 1 bis 3 Prozent des Rechnungsbetrags.
  • Individuelle Zusatzkosten: Zu jedem Vertrag werden auch noch diverse Services angeboten, die jeder, bei Bedarf, zu seinem Kreditkartenvertrag noch hinzunehmen kann und die Extrakosten verursachen.

Zahlungen per Kreditkarte anbieten. Was kostet das?

Vor allem die variablen Nutzungskosten sind dabei natürlich ganz individuell und können pro Monat mal mehr oder weniger stark ausgeprägt sein, da das sehr mit der betreffenden Geschäftstätigkeit des einzelnen Shops oder Unternehmens verknüpft ist.

Beispielrechnung für den 60-maligen EC-Karteneinsatz pro Monat

  • Angenommener monatlicher Umsatz von 1.800 €
  • 60 Transaktionen x 7 - 12 Cent = 4,20 bis 7,20 € (Transaktionsgebühren)
  • 60 x EC-Kartengebühr = 1.800 € - 0,23 bis 0,30 % = 4,14 € bis 5,40 € ergeben 8,34 € bis 12,60 Euro variable Kosten pro Monat. Dazu kommen noch monatliche Fixkosten von 11 bis 19 Euro bei einem beispielsweise, monatlichen Umsatz von 1.800 €.
  • Fazit: Die Gesamtkostenrechnung für den Einsatz der Kreditkarte ergibt einen so erschwinglichen Betrag, dass man diesen Service seinen Käufern auch anbieten sollte.

Kartenzahlung: Für den Käufer gibt es kein Recht darauf

Da dem Händler aber pro Karteneinsatz ein Aufwand entsteht, sollte der Käufer akzeptieren, wenn dieser bei Minikäufen, wie beispielsweise einer Dose Limonade, nicht bereit ist, einer Kartennutzung zuzustimmen. Weil es für den Verkäufer dann aufgrund der Kartenkosten keinen Gewinn mehr gibt.

Die Kartennutzung ist für Kunden an der Kasse allgemein kostenlos

Meistens gibt es dabei keine Extrakosten und es ist auch kein Mindestbetrag dabei vorgeschrieben. Zumindest erlauben die Bestimmungen von Visa in Deutschland keinen Aufschlag durch den Shop. Jedoch bei Mastercards und Electronic Cash sind seit 2013 solche Aufschläge erlaubt, falls der Käufer vorher daraufhin gewiesen wurde und diese sich nur an den Realkosten orientieren. Allerdings erlebt man beispielsweise oft bei Billigfliegern und selbst bei renommierten Gesellschaften wie der Lufthansa, kommt es vielfach zu sehr hohen Extragebühren bei der Online-Buchung mit gültiger Kreditkarte (hier nicht erfolgt die Buchung nicht per PIN oder Unterschrift, sondern mithilfe von Kartennummer und Prüfziffer), die sich keineswegs nur an den entstehenden Kartenkosten orientieren. Diese nutzen einfach ihre Marktmacht aus und kommen damit anscheinend auch durch.