June 19, 2020 by Qonto

Steuern im Kleingewerbe

Wer als Kleingewerbetreibender in die Selbstständigkeit startet, kann von verschiedenen Vorteilen profitieren – auch bei den Steuern.

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Viele Selbstständige sind sogenannte Kleingewerbetreibende. Dieses Kleingewerbe ergibt sich zumeist aus Art und Umfang der Geschäftstätigkeit von selbst. In diesem Artikel geben wir detaillierte Infos zur Unternehmensform, der Sonderform Kleinunternehmer und welche Steuern Sie zahlen müssen. 

Was ist ein Kleingewerbe?

Ein Kleingewerbe entsteht immer dann,

  • wenn kein Handelsgewerbe als eingetragener Kaufmann oder mit einer Kapitalgesellschaft wie der GmbH gegründet wird,
  • sondern eine Einzelunternehmung oder eine einfache Personengesellschaft (GbR).
  • Weiter darf der jährliche Gewinn nicht mehr als 60.000 Euro erreichen oder
  • der Jahresumsatz nicht höher als 600.000 Euro ausfallen und zuletzt
  • wird dabei auch keine Tätigkeit aus dem Katalog der freien Berufe ausgeübt.

Vorteile beim Kleingewerbe

Die wichtigsten Vorteile ergeben sich für neue Selbstständige gleich zu Beginn:

  • unkomplizierte Gründung und außerdem ist
  • kein besonderes oder nennenswertes Startkapital erforderlich

Weitere Vorteile: Im laufenden Betrieb profitieren Kleingewerbetreibende vor allem von den geringen Anforderungen, die Gesetze oder das Finanzamt an die Buchführung im Unternehmen stellen: Es genügt die einfache Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) und das Unternehmen spart sich Arbeit und Zeit. Dabei werden Ausgaben einfach von den Einnahmen abgezogen und übrig bleibt der Gewinn oder ein Verlust, aus dem sich schließlich die Höhe der Steuern ergibt, die das Gewerbe abgeben muss (siehe auch: Steuertricks für Selbstständige).

Die Unternehmensform Kleingewerbe erlaubt es vielen, die Selbstständigkeit zunächst nebenberuflich auszuführen und für die finanzielle Absicherung im Angestelltenverhältnis zu verbleiben.

Aktuell können auch Kleingewerbebetreibende verschiedene finanzielle Erleichterungen im Kontext von Corona beantragen.

Kleinunternehmerregelung

Vom Kleingewerbe müssen weiter die Kleinunternehmer abgegrenzt werden. Sie stellen noch einmal eine besondere Einstufung dar, definieren sich aber ebenso über Geschäftszahlen – hier den Umsatz.

Wer

  • im Gründungsjahr voraussichtlich weniger als 22.000 (früher 17.500) Euro umsetzt,
  • und dann später im jeweils laufenden Geschäftsjahr weniger als 50.000 Euro an Umsatz erwartet und
  • im Jahr davor unter der 22.000-Euro-Grenze geblieben ist,

kann beim Finanzamt die Kleinunternehmerregelung beantragen.

Vor- und Nachteile

Kleinunternehmer können ihre Leistungen ohne Aufschlag der Mehrwertsteuer beziehungsweise Umsatzsteuer auf der Rechnung anbieten. Das kann besonders im Geschäft mit Endverbrauchern oder Privatkunden einen Vorteil bei den Preisen geben, die diese zahlen. Ebenfalls sind keine Umsatzsteuervoranmeldungen beim Finanzamt erforderlich. Auf der anderen Seite entsteht der Nachteil, dass die Umsatzsteuer aus Betriebsausgaben dann nicht als Vorsteuer geltend gemacht werden kann.

Um als Unternehmer die Kleinunternehmerregelung zu beanspruchen, genügt die entsprechende Angabe im steuerlichen Erfassungsbogen, den die Finanzämter jedem zusenden, der sich mit einem Unternehmen selbstständig macht und dafür ein Gewerbe anmeldet.

Freiberufler

Freiberufler wie

  • Anwälte
  • Ärzte
  • Dolmetscher
  • Krankengymnasten
  • Künstler oder
  • Steuerberater und einige andere mehr

brauchen keine Gewerbeanmeldung, unterliegen in der Regel aber der Pflicht zur Umsatzsteuer.

Genauso wie alle Selbstständigen oder Gewerbetreibenden – die nicht Kleinunternehmer sind – müssen Sie daher regelmäßige Voranmeldungen der Umsatzsteuer abgeben. Diese verlangt der Fiskus zumeist monatlich, bei geringem Geschäftsumfang später auch seltener.

Einkommensteuer und Gewerbesteuer

Die Einkünfte oder Einnahmen aus freien Berufen unterliegen der Einkommensteuer. Diese Steuer wird auf das durch das Kleingewerbe generierte Einkommen erhoben (ähnlich der Steuer auf Lohn der Arbeitnehmer zum Beispiel in einer GmbH). Genauso müssen Kleingewerbetreibende ihren Gewinn hier versteuern. Zusätzlich können sie auch zur Zahlung von Gewerbesteuern verpflichtet sein, wenn der Gewinn pro Jahr entsprechend hoch ausfällt.

In dem Fall gilt die Grenze von 24.500 Euro Jahresgewinn, bis zu der keine Gewerbesteuer fällig wird.

Vorauszahlungen

Für Gewerbe- und Einkommensteuer werden zumeist pro Quartal Abschläge beziehungsweise Vorauszahlungen verlangt – für das Gewerbe in der Mitte jedes Quartals und für die Einkünfte kurz vor Quartalsende.

Die Höhe der Vorauszahlungen richtet sich nach einer Schätzung der laufenden Einnahmen, für die jeweils die letzte Veranlagung beziehungsweise Steuererklärung herangezogen wird und beträgt bei der Einkommensteuervorauszahlung mindestens 100 Euro – bei der Gewerbesteuer nur die Hälfte.

Buchhaltung im Kleingewerbe

Im Gegensatz zu den Unternehmen des Handelsgewerbes gilt für das Kleingewerbe keine Buchführungspflicht. Damit wird eine ganz einfache Buchhaltung möglich, für die nicht einmal unbedingt ein Steuerberater gebraucht wird. Hier genügt die Einnahmenüberschussrechnung.

Diese kann handschriftlich erfolgen, empfehlenswerter ist dafür aber die elektronische Form und am besten die Nutzung einer Buchhaltungs- oder Steuersoftware. Noch mehr Zeit sparen Sie mit Buchhaltungstools, die bereits in das Geschäftskonto eingebunden sind. Qonto bietet Ihnen ein digitales Konto mit integrierten Funktionen für eine papierlose Buchhaltung: Rechnungen, Quittungen und andere Belege werden nach Zahlung gescannt und direkt zum entsprechenden Buchungsposten in der Qonto App hinzugefügt. Der Mehrwertsteuersatz wird dabei automatisch erfasst

Auch bei der Steuererklärung sparen Sie durch digitale Banking Lösungen wie Qonto viel Zeit: Deit 2017 gilt für alle mit Einkünften aus freiberuflicher oder selbstständiger Tätigkeit beziehungsweise einem Gewerbebetrieb, dass die für die Erklärung der Einkommensteuer erforderliche Einnahmenüberschussregelung in elektronischer Form abgegeben werden muss. 

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