July 22, 2020 by Qonto

Steuererklärung für eine GbR – was ist dabei zu beachten?

Die GbR gehört zu den Personengesellschaften. Was sollten Gründer beim Thema Steuern für diese Rechtsform wissen?

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Bei Gründern ist die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) eine gern gewählte Gesellschaftsform, da diese günstig und schnell zu gründen und einfach zu führen ist. Unter dieser können viele Arten an selbstständiger Arbeit ausgeübt werden. Das können freiberufliche Tätigkeiten sein wie eine Anwaltskanzlei, aber auch religiöse, karitative und ideelle Interessen können darunter zusammengefasst werden. Es kann sich jedoch ebenfalls um gewerbliche Unternehmen handeln. Doch auch bei der GbR, für die man mindestens zwei Gesellschafter und einen gemeinsam definierten Zweck braucht, gibt es eine Reihe steuerrechtlicher Pflichten und Besonderheiten, insbesondere, was die Aufteilung vom Gewinn betrifft. Da es in Deutschland eine Vielzahl unterschiedlicher Steuerarten gibt, kann es ratsam sein, sich bereits vor Unternehmensgründung entsprechende Informationen einzuholen. Denn sind die steuerlichen Pflichten nicht schon im Vorfeld geklärt, kann das steuerliche und juristische Nachteile zur Folge haben.

Welche Steuererklärungen hat die GbR einzureichen?

  • Umsatzsteuer: Eine Steuererklärung, die diese direkt beim Finanzamt einreichen muss, ist die Umsatzsteuererklärung, die je nach anfallender Umsatzsteuer monatlich, quartalsmäßig oder jährlich einzureichen ist. Nur bei sehr geringen Umsätzen kann auch die Kleinunternehmer-Regelung angewandt werden. In diesem Fall ist nur einmal jährlich über den Gewinn und die Einnahmen Auskunft zu geben. Kauft die GbR Waren oder Dienstleistungen bei Dritten ein, zahlt sie die Umsatzsteuer (Vorsteuer), welche im Zuge der Umsatzsteuervoranmeldung mit der eingenommenen Umsatzsteuer verrechnet wird. Infolge der Corona-Krise wurden die Mehrwertsteuersätze vorübergehend gesenkt.
  • Gewerbesteuer: Handelt es sich bei der GbR um einen Gewerbebetrieb oder ein landwirtschaftliches Unternehmen, wird dafür allgemein ein Gewerbeschein und eine Eintragung ins Handelsregister benötigt. In diesem Fall ist die GbR auch zu einer Steuererklärung für das Gewerbe (Gewerbesteuer) verpflichtet.
  • Einkommensteuer: Die Gesellschaft gibt außerdem eine einheitliche und gesonderte Feststellung von Grundlagen für die Einkommensteuererklärung ab. Das ist eine Erklärung, die die Anteilsverhältnisse der Gesellschafter in Bezug auf den Gewinn erläutert. Das dafür vorgesehene Formular ESt-1B ist Teil der Einkommensteuererklärung. Erfolgt in einer GbR die Gewinnverteilung nach einem Sonderschlüssel, ist auch noch die Anlage FE-1 hinzuzufügen. In diesem Formular wird detailliert erklärt, wie das Ergebnis des Unternehmens auf die einzelnen Gesellschafter, proportional zum Anteil, aufgeteilt wird. Diese Formulare sind bei der betreffenden Finanzbehörde des Unternehmens einzureichen. Hierbei muss immer die Steuernummer der jeweiligen GbR eingetragen werden. Insbesondere unter Berücksichtigung diverser absetzbarer Betriebsausgaben kann die Einkommensteuer der GbR gesenkt werden.

Wird der Jahresabschluss nicht als Bilanz, sondern in einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt, muss die Steuererklärung der GbR auch die Anlage EÜR (Einnahmenüberschussrechnung) enthalten. In dieser werden Ausgaben als auch Erträge errechnet und der Jahresüberschuss festgestellt.

Wichtig ist eine fristgerechte Einreichung der Steuererklärung bzw. der Zahlung, da andernfalls entsprechende Säumniszuschläge drohen.

Für die Gesellschafter einer GbR sind folgende Steuererklärungen relevant

Da die GbR keine juristische Person ist, wie beispielsweise eine GmbH, ist diese auch nicht selbst das Subjekt der Gewinne und Steuern, die in einer GbR erzielt werden. Diese müssen so nicht in Körperschafts- oder Einkommensteuererklärungen versteuert werden. Vielmehr wird der Jahresüberschuss auf die Gesellschafter aufgeteilt und dann über deren persönliche Einkommensteuererklärungen versteuert. Das heißt, dass die Gesellschafter die monetären Erfolge, die die GbR im Jahr erzielt hat, in ihren Steuererklärungen angeben. Bei privaten Personen liegt die Abgabefrist dafür in der Mitte vom Jahr. Wenn dieser Termin nicht eingehalten werden kann, weil zu diesem Zeitpunkt eben noch nicht die kompletten Angaben vorliegen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Wahl.

  • Es kann das Finanzamt frühzeitig um eine Fristverlängerung gebeten werden, was allgemein problemlos gewährt wird.
  • Alternativ kann auch der Steuerberater beauftragt werden, sich um die Erstellung einer Jahresabschluss- und Einkommensteuererklärung zu kümmern. Dann sorgt dieser für die Wahrung der jeweiligen Fristen. (Siehe zur Zahlung regelmäßiger Ausgaben auch Einzugsermächtigung.)
  • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass man in der Anlage G den Vermerk „von Amts wegen ergänzen“ hinterlässt. Dann werden die Angaben automatisch vom Finanzamt aus dem betreffenden Formular übernommen, das zusammen mit dem Jahresabschluss eingereicht wird.

Wie erfolgt die Gewinnaufteilung auf die Gesellschafter?

Mit der Aufteilung der Gewinne werden die Einkünfte der Gesellschaft auf die verschiedenen Gesellschafter aufgeteilt. Hierfür besteht eine gesetzliche Vorgabe, wie der Unternehmensgewinn den Gesellschaftern zukommen soll, von der jedoch abgewichen werden kann. Das muss vorher aber schriftlich im jeweiligen Gesellschaftsvertrag so vereinbart worden sein. Seinen Gewinnanteil hat jeder Teilhaber in seiner persönlichen Einkommensteuer zu versteuern. Die ermittelten Jahresüberschüsse können vollkommen aus den betreffenden Gesellschaften entnommen werden, jedoch auch in diesen verbleiben. Dieser Betrag muss als Jahresüberschuss deklariert werden, der in die Einkommensteuerberechnung fließt.

Wie werden die Unternehmensgewinne bei der Finanzbehörde angegeben?

Das Finanzamt bekommt die Gewinn in der Einkommensteuer jedes Teilhabers, denn das ist die vorgeschriebene Art, die für diese Rechtsform vorgesehen ist. Diese Erklärung wird bei der zuständigen Finanzbehörde als Anlage-G, als Teil der persönlichen Einkommenssteuererklärung jährlich eingereicht. In der Anlage-G ist ein spezielles Formularfeld für „Einkünfte aus Gesellschaftsbeteiligungen“. Dort ist der Wert einzutragen, der dem jeweiligen Gewinnanteil entspricht.

Vor- und Nachteile, der persönlichen Gewinnfeststellung

Nachteil der persönlichen Gewinnfeststellung

Den grundsätzlichen Nachteil kann man erkennen, wenn man zu diesem Thema die GbR mit einer anderen Rechtsform vergleicht. Zieht man zum Vergleich beispielsweise eine GmbH heran, die vergleichsweise Aufgaben wahrnimmt und auch mehrere Unternehmensgesellschafter haben kann, so ist diese als eigenständige, juristische Person selbst zu Steuern verpflichtet. Damit ist der Unternehmensgewinn nicht über die jeweiligen Unternehmensgesellschafter zu versteuern, sondern über die Unternehmenssteuererklärung. Denn diese ist körperschaftssteuerpflichtig. Informationen gemäß lag der Körperschaftssteuersatz laut Stand 2018 bei günstigen 15 Prozent. Damit ist dieser Steuersatz in vielen Fällen geringer als der Einkommensteuersatz.

Vorteil der persönlichen Gewinnfeststellung

Es ist für die einzelnen GbR-Gesellschafter vor allem vorteilhaft, wenn diese nur nebenberuflich an einer GbR beteiligt sind. Sollte diese beispielsweise ein negatives Gewinnergebnis erwirtschaftet haben und somit einen Verlust aufweisen, dann wird dieser ebenfalls über die Gewinnfeststellung den einzelnen Unternehmensgesellschaftern zugewiesen. Durch diesen nicht gewünschten Verlust verringert sich jedoch das zu versteuernde Einkommen der Einzelnen. Wer darüber hinaus etwa noch in einem Arbeitsverhältnis steht, wird wahrscheinlich auch noch eine Einkommenssteuererstattung erhalten.

Besser eine GbR oder eine GmbH gründen?

In der Anfangsphase der Gründung stellt sich nicht nur die Frage nach der Finanzierung der Existenzgründung (etwa durch einen Kontokorrentkredit), sondern auch nach der besten Rechtsform für das Unternehmen. Entscheidung muss oft zwischen GbR oder GmbH gefällt werden.

Diee Vorteile der GmbH: Hier haften die Gesellschafter nicht persönlich. Auch genießt die GmbH insbesondere im internationalen Geschäft ein höheres Ansehen als die GbR: Durch die Kapitalaufbringung von mindestens 25 000 Euro, der notariellen Beurkundung und der Einschreibung ins Handelsregister hat die Gründung eine besonders solide Wirkung. Nachteil: Die Verwaltung der GmbH kann sich, verglichen mit einer GbR, als komplex erweisen. Tatsächlich ist die GbR in der Regel steuerlich einfacher zu verwalten als die GmbH. Nutzen Sie jedoch moderne Finanztools wie es viele Online-Banking-Services bieten, vereinfachen Sie sich die Verwaltung erheblich.

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